Mein digitales Ich – Äußerungen statt Äußerlichkeiten ?
Ich:
tier- und kinderbedingt meistens in “Spielkleidern” (Outdoor Wear)unterwegs, Schaffschuhe (deutsch: Sicherheitsstiefel
), Lieblingskappe…
Ein Test hat gerade ergeben: In “zivil” werde ich gar nicht erkannt
Meine Sprache:
An das Wesen meines Terriermischlings^^ und die Bedürfnisse der Kinder (Downis, Autisten…) angepasst – einfach, klar und deutlich… und oft auch laut, weil “outdoor” und weder Hunde noch Kinder gehen immer schön brav bei Fuß.
Mein Auto:
Wie die Hosentasche eines Kindes… man findet (vielleicht) keine toten Frösche darin, aber diverse Steine und alte Knöpfe auf jeden Fall – und auch sonst wahrscheinlich eigentlich alles… eine Mischung aus “Eigentlich brauche ich einen Traktor”, fahrender Hundehütte und Kinderspielplatz.
Meine Eindrücke:
Ich werde beurteilt nach dem, was ich arbeite.
Meine Arbeit wird beurteilt nach dem, was ich damit verdiene.
Den Verdienst erkennt man an Auto und Kleidung und so…
Außerdem gilt das als Arbeit, was stresst und außerhalb des “Privatalltags” stattfindet.
Blöd:
Ich mag meine Arbeit, kriege dafür leider nicht, was ich eigentlich “verdiene” ^^, trenne sie nicht wirklich von meinem “Privatleben”… und die Studiererei gilt ja eh als Hobby.
Mein Entschluss:
Ab sofort bin ich einfach stolz auf meine entspannte Ausstrahlung, wenn wieder jemand meint, ich hätte den ganzen Tag nichts zu tun.
Meine Nach-Gedanken:
Würden die Menschen, die sich offline ein Bild von mir machen,
mich online wiedererkennen ?
Eigentlich interessant, wie uns das Internet auf “andere Facetten” unsrer Persönlichkeit “reduziert”
… oder vielleicht besser: “konzentriert” ?
Gibt es “digitale Äußerlichkeiten” ?
Sprachlastig
Input – Throughput – Output …
Sprache ist das Mittel meiner Wahl – für alles.
Eingang – Durchgang – Ausgang…
- Zugang finden, zu einem Thema, zu einem anderen Menschen, zu mir …
- Gemeinsamkeiten entdecken oder schaffen
- die Welt in Worte fassen:
lernen, verstehen, durchdenken, erklären, beschreiben, analysieren, synthetisieren … - Eindrücke ausdrücken … mit Sprache
- überall Worte:
informative, ermutigende, fragende, tröstende, warnende, freundliche, böse, klare, uralte, neu erfundene, einfache, komplizierte, emotionale, sachliche … Worte - innen und außen:
lesen, schreiben, hören, sprechen, denken
Wo ich schon länger nicht mehr war:
Am Ende der Sprache – jenseits der Worte…
- Ich höre mich mit einem meiner Reitschüler schimpfen:
“Texte doch dein Pferd nicht so zu – es kann ja aus all den Hilfen gar nicht mehr erkennen, was du eigentlich von ihm willst. Kein Wunder, dass es abschaltet und einfach nicht mehr hinhört.”Es ist schon das zweite Mal innerhalb weniger Tage, dass ich so was zu einem Reitschüler sage – und endlich dämmert es mir:
“Texte doch deine Reitschüler nicht so zu – die können ja aus all den Hinweisen und Erklärungen…”
Klar – ich benutze viele Bilder (Metaphern, Analogien und so…) – aber auch die fasse ich nun mal in Worte.
- “Mein Downi” redet im Moment kaum mit mir. Dabei wär es doch jetzt – von wegen Pubertät und allen damit verbundenen inneren Knoten – so wichig, die Knoten zwecks Auflösung zu verbalisieren.
Und während ich mich um hilfreiche, passende Worte bemühe, wird mein Downi immer stiller und trauriger…Aber nach einer Massage mit dem Igelball krieg ich plötzlich ein zufriedenes, entspanntes Lächeln… *an-die-Stirn-hau* – wieso bin ich da nicht schon früher draufgekommen ?
Ich hab einfach vergessen, dass der Zusammenhang “innere Haltung = äußere Haltung” keine Einbahnstraße ist.
Ich kann mich – wortreich – von innen nach außen “durcharbeiten”.
Aber es geht auch umgekehrt:
“Berührung ist eine Form der Kommunikation…
Massage wurde als Mittel verstanden, mit unterdrückten Gefühlen und Erinnerungen,
die in der Körpermuskulatur gefangen sind, in Berührung zu kommen.”
(aus irgendeinem Massagehandbuch vor langer Zeit mal abgeschrieben)
- Wisst ihr, was mein taubstummer Autist macht, wenn er sich freut:
Er lacht lauthals und quietscht und gluckst vor Vergnügen.Statt zu sagen: “Ich freue mich”.
Hm. So lach ich eigentlich nur über einen guten Witz. Freuen tu ich mich irgendwie anders. Mit Worten … bestenfalls mit einem Lächeln …
Nicht, dass ich jetzt vorhätte, meine Sprache “runterzufahren” – Sprache ist nun mal ein vielseitig verwendbarer Trägerstoff – gerade hier im Netz, im Studium und überhaupt…
Aber ich will auf jeden Fall was tun, um meine “Sprachlastigkeit” auszugleichen.
z.B. in manchen Situationen einfach mal die Klappe halten ?… grins… nee, das mein ich nicht. Ich weiß jetzt schon, dass ich mich dann eben “innerlich zuquassele”.
Also müssen andere Strategien her.
Bin aber ganz zuversichtlich, dass die sich von selbst finden, wenn ich einfach “achtsam” statt “sprachsam” bin…
In Worten ^^: “Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung”

edit nach spätem Frühstück:
… weil mir nämlich gerade auffällt, dass dieser Artikel wahrscheinlich mit zu der Erkenntnis “sprachlastig” beigetragen hat:
http://bachmichels.wordpress.com/2010/07/25/twitter-sucks/
… und hier gibt´s (gerade entdeckt) auch noch ein paar “verwertbare” Gedanken zu dem Thema:
http://arminkoenig.wordpress.com/2010/07/27/schweigen-oder-schreiben-indem-man-ein-ungluck-rationalisiert-versucht-man-zu-begreifen/
Mehr Schwimmen, weniger Surfen
Nachdem ich zum wiederholten Male mit Gedanken aufgewacht bin, die eigentlich nicht meine sind, hinterfrage ich jetzt doch mal meinen Informationskonsum.
“Wer geht, sieht weniger, aber mehr.
Wer fährt, sieht mehr, aber weniger.”
… weshalb es Sinn macht, beides ausgleichend zu verbinden.
In diesem Fall sollte ich vielleicht besser von “Surfen” und “Schwimmen” reden ?
Mehr Schwimmen, weniger Surfen – und zwischendurch immer mal wieder treiben lassen…
Ähnliche Erfahrungen ?
Erprobte Strategien ?
Anmerkung 1:
Konzentrationsstörungen ? Nein, ich kann mich prima konzentrieren – allerdings werde ich dabei im Moment nach kurzer Zeit saumüde:
Konzentration
= eingeschränkte (weil fokussierte) Wahrnehmung
= vieles andere loslassen
= Entspannung
= …
Das ist dann zwar gut für Leib und Seele, aber schlecht für die Klausur.
Anmerkung 2:
Ich bin übrigens kein Stubenhocker oder so was. Sogar an “schlechten” Tagen komm ich kaum unter 2 Stunden Frischluft, meistens sind es eher doppelt so viele, häufig sogar noch mehr (tier- und kinderbedingt).
(Stichwort “Morgenseiten” und liebe Grüße an die Wissensagentur
)