Gewalt als pädagogische Option ?

Aktuelle Diskussion:

Blauer Fleck ohne rechtliche Folgen
Ein 11-jähriger Schüler störte trotz Ermahnungen der Lehrerin den Unterricht. Die Lehrerin forderte ihn auf, das Klassenzimmer zu verlassen, was der Junge nicht tat. Daraufhin packte die Lehrerin den Schüler nach dessen Aussage am Oberarm und führte (zerrte?) ihn aus dem Raum. Dabei erlitt der Schüler am Oberarm ein Hämatom (= blauer Fleck) von 2cm Durchmesser, was ungefähr der Größe eines 10-Cent-Stücks entspricht. Die Staatsanwaltschaft sah darin den Straftatsbestand der Körperverletzung erfüllt, nicht aber das zuständige Amtsgericht. Auch in der nächsten Instanz wurde die Klage vom Landgericht Berlin abgewiesen.

Der Lehrerfreund: Gerichtsurteil: Lehrer dürfen Schüler körperlich maßregeln

Wie halte ich ein Kind davon ab, etwas “Dummes” zu tun -
etwas, womit es sich selbst verletzt, andere verletzt…
oder sich “einfach nur” über kurz oder lang ausgrenzt?

Ich rede und erkläre und argumentiere.

Das Kind versteht meine Argumente und /oder glaubt mir, vertraut meiner Erfahrung -
weil es mich als Erwachsenen für verantwortungsbewusst, kompetent, vertrauenswert hält,
… auch, wenn es ihm in der aktuellen Situation widerstrebt, mir zu zuhören -
und erst recht, auf mich zu hören.

Oder das Kind hört mir nicht zu. Alles Reden hilft nichts.
Ich packe es an, halte es fest, schiebe es, ziehe es …
das Kind wehrt sich, vielleicht hat es danach blaue Flecken,
vielleicht haben wir beide danach blaue Flecken…

Oder ich lasse es: “Kinder lernen aus den Folgen”
wenn es sich oder andere verletzt
oder sich “erfolgreich folgenreich” ausgegrenzt hat,
wird es ab sofort schon… ja, was wohl?

Sich – vielleicht ein, zwei Jahre später – hinsetzen
und die Situation nach Ursache und Wirkung analysieren ???
…ohne, dass danach entweder  “die anderen” an allem Schuld und damit “die Gegner” sind ?
…oder es sich danach selbst als “bösen Versager” sieht?

Verantwortung ohne Schuldzuweisung ist eine Disziplin,
in der schon wir Erwachsenen häufig versagen.
Wie sollen ein Kind oder ein (pubertierender) Jugendlicher dieser Anforderung gerecht werden?

Kinder sind es wert, dass man mit ihnen kämpft.

Gut ist, wenn das in der Familie passiert. – Gut, wenn Kinder dort lernen können, dass es Erwachsene gibt, die die Verantwortung für sie übernehmen, denen sie sich anvertrauen können, die sich mit ihnen – auch mal hart, aber meistens fair – auseinandersetzen.

Schlecht ist, dass genau das oft an den Erziehern und Lehrern hängen bleibt.

Gut ist, dass die Familie genau hinschaut und anklagt, wenn Erzieher oder Lehrer ein Kind misshandeln.

Problematisch ist, wann ein “Anpacken” zur “körperlichen Züchtigung” wird.

Verständlich ist, dass Erzieher und Lehrer lieber keine Anklage riskieren und die Kinder “laufen lassen”.

Traurig ist, dass so statt einem “Miteinander kämpfen” ein “Gegeneinander kämpfen” alltäglich geworden zu sein scheint… geprägt von Hilflosigkeit, Wut, Verachtung…

Wichtig ist nur, dass er mit seiner blöden Anzeigen nichts erreicht hat. Und das gibt uns allen Hoffnung auf Gerechtigkeit! Oder zumindest Verhälnismäßigkeit. Wo k0mmen wir denn hin, wenn die Schüler die Unberüherbaren und wir für sie der letzte Dreck sind. Damit ist jetzt Schluß!!!
Frau Freitag/ “Na, wie war´s in der Schule?” : Nicht jede körperliche Berührung ist ein Straftatbestand

Ratlose Grüße,
ein bekennender Kampferzieher

3 Antworten auf Gewalt als pädagogische Option ?

  • kecks sagt:

    Ironie, ick hör Dir trapsen… ;)

    • ponyQ sagt:

      Seufz…die Ironie hört man eher schon trampeln… :roll:
      Die einen sollen und wollen nicht.
      Die anderen können und dürfen nicht.
      Und natürlich umgekehrt, und über Kreuz.
      Im Kindergarten ruft der Erzieher nach dem Therapeuten.
      In der Schule ruft der Lehrer die Polizei.
      Die Eltern rufen nach einem Anwalt.
      Alle rufen durcheinander.
      Die Kinder verstehen ihr eigenes Wort nicht mehr.

  • Pingback: “Was ist für dich träges Wissen –

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