Gibt es ein Leben nach der MC-Klausur ?
Klar – und das sieht im Moment so aus:
Die einen sammeln Klausurfragen
- aus dem Gedächtnis, aus stenoartigen Mitschriften oder woher auch immer…
Die anderen sammeln Beschwerden...
- “unscharf formuliert”
- “viel zu detailliert gefragt”
- “nie gehört”
- “wo soll denn das stehen”
- “Lernen kann doch nicht Auswendiglernen sein!”
- “Wieso kriegen wir die Fragen nicht?”
- …
Dazu parallel läuft noch eine Verschwörungstheorie “Der Link”
… den gibt´s übrigens hier.
(Und nach dem schreien die am lautesten, die … *grummelgrummel*)
Ich arbeite mich seit Tagen mit der Adobe-Reader-Suchfunktion durch die PDFs der Studienbriefe und stelle dabei fest:
die Formulierungen der Multiple-Choice-Fragen hangeln sich wesentlich öfter ganz eng am Text entlang, als mir Anti-Auswendig-Lerner lieb ist.
Verstehen kann ich dieses Vorgehen mit engem Textbezug:
Wo so viel mit Klagen gedroht wird wie hier bei den Psychos, ist man mit
“guck, da steht´s genau so” auf der sicheren Seite.
Ich mag MC nicht sonderlich.
Mein Talent liegt mehr darin, von Kuchenbacken auf Arschbacken zu kommen,
über letztgenannte möglichst viel und beeindruckend zu erzählen -
und dafür dann meine -wohlverdienten
– Punkte zu kriegen.
MC deckt leider gnadenlos auf, was ich nicht oder nicht so ganz genau weiß.
Und weil ich halt “arrogant” genug bin, nur zu lernen, was MIR wichtig, interessant und/oder sinnvoll erscheint… muss ich halt damit leben, dass ich zu vielen Kapiteln rate und einige meiner erhofften Klausurpunkte an Formulierungen und Distraktoren zerschellen.
Und jetzt könnt ihr mich erhängen oder vierteilen oder auf dem Scheiterhaufen verbrennen:
Das hier ist ein Studium. Ich muss mir die Inhalte selber erarbeiten. Und wenn die Uni mir nur eine Literaturliste und die Lernziele schicken würde – dann müsste ich erwachsen und kompetent genug sein, mich auf diese Klausur vorzubereiten. Ich krieg aber neben den Studienbriefen und einem betreuten Diskussionsforum sogar noch die entsprechenden Seiten aus der (Grundlagen- und Zusatz-)Literatur eingescannt und zur Verfügung gestellt…
deshalb kann ich dem Geschimpfe nicht ganz folgen.
Ich halte die Klausurfragen nicht für Schikane – und “unglückliche” Formulierungen für menschlich.
Ein “omnipotenter” Professor wär mir unheimlich.
Aber gut:
“Dass ich paranoid bin, heißt nicht, dass ich nicht verfolgt werde” Woody Allan
- vielleicht siebt die Uni auch tatsächlich aus… Darf die Uni das ?
Ich hab schon erste Stimmen vernommen, man solle bitte die Zugangsbedingungen für diesen Studiengang erschweren, damit man die Klausuren leichter machen kann.
Wie jetzt?
Bildung für alle – dann müssen sich diese “alle” eben anstrengen…
oder Bildung als Konsumgut und Dienstleistung für die, die es sich leisten können – und von den anderen bitte nicht gestört werden wollen?
Egal: Ob mit oder ohne bestandene M3-Klausur -
für´s nächste Semester zieh ich bei Beabea ein,
besuche regelmäßig Neve
und lass es gemütlich angehen.
Und wenn noch jemand - jetzt nach der Klausur oder auch gleich vor der nächsten Klausur - einen Schweinehund übrig hat :
Gebt den Schweinehund nicht ins Tierheim, gebt ihn mir… ich sammele nämlich weiter.
Ganz deiner Meinung Evi!! Gegrummelt wird immer, egal wie die Klausur letztlich verlief. Bin froh, dass ich kein Prof bin, wüsste ja gar nicht mehr, was ich für Klausuren anzubieten hätte (zu leicht, zu schwer, zu viel Auswendiglernen, zu viel Transferfragen etc….). Ich habe keine Lust zu grummeln, bin einfach nur froh, dass ich M3 hoffentlich nie wieder schreiben muss