Feedback ist ein Geschenk

Eintrag geklaut von Hannes Gebhardt ( ;) danke!)

Wenn du glaubst,
etwas als Wahrheit erkannt zu haben,
so halte es dem anderen hin wie ein Mantel,
in den er hineinschlüpfen kann,
schlage es ihm aber nicht wie ein nasses Handtuch um die Ohren
(Max Frisch)

Grundregeln:

  • Das Feedback ist ein “Geschenk”
    - entweder, jemand bittet darum oder Du fragst vorab, ob Dein Gegenüber es überhaupt haben mag.
  • Die Inhalte sind nicht pauschal,
    sondern konkret und an gemachter Erfahrung nachvollziehbar
  • Das Feedback bleibt UNKOMMENTIERT.
  • Der Empfänger mag sich herausnehmen, was für ihn wichtig und richtig erscheint.
  • Keine Diskussion,
    zumindest nicht im Rahmen des Feedbacks
  • keine pauschalen “Wahrheiten”,
    sondern IMMER aus eigener, subjektiver Wahrnehmung heraus
    Der Feedbackgeber beschreibt nur seine persönlichen Wahrnehmungen und Beobachtungen, sowie die Gefühle, Empfindungen, Fragen und Überlegungen, die diese in ihm auslösen. Keine Vorwürfe, keine Bewertung, keine Moralisierei. Er ist sich stets bewusst, dass seine Wahrnehmungen und Beobachtungen subjektiv sind und dass er sich irren kann
  • KEINE Verneinungen
    … wenn Dir eine Verneinung auf der Zunge liegt, frage Dich: was will ich statt dessen?
  • Beurteile das “Handeln”, nicht das “Sein”.

Feedback beschreibt eine Wechselwirkung

Fragen, die für den Feedback-Geber interessant sind:

  • Wie genau wirkt mein Gegenüber auf mich?
  • Was löst es in mir aus und was bedeutet das für mich?
  • Kenne ich diese Reaktion auch in anderen Kontexten?
  • Welche eigenen Werte oder Glaubenssätze werden hier eventuell berührt?

Der Feedback-Nehmer könnte sich fragen:

  • Was sagt mir die Mitteilung?
  • Wo Finde ich mich wieder? Wo eher nicht?
  • Weckt die Aussage in mir eine Erkenntnis?
  • Erkenne ich meine Anteile? Bin ich bereit, dafür Verantwortung zu übernehmen?
  • Wo bemerke ich starke Reaktionen? Will ich etwas mit aller Gewalt nicht wahrhaben?

(vgl. Irene Klein Methodenpool der Uni Köln)

Ablauf (Kurzfassung):

Feedbackgeber:

  • Was hast Du an Positivem beobachtet?
    Was hat Dir gefallen?
    Was hat es in Dir ausgelöst?
    (hierbei wird nicht nur der Feedback-Empfänger in einen wohlwollenden Zustand gebracht, viel wichtiger: Du selbst veränderst Deine Wahrnehmung bezüglich des Angesprochenen – die Chance für ein wirklich konstruktives Feedback steigt bei beiden Teilnehmern)
  • Was hast Du an Negativem beobachtet?
    Was hat Dich gestört?
    Was hat es in Dir ausgelöst?
    Äußere es respektvoll!
  • Was wünschst Du Dir für die Zukunft vom Feedbacknehmer?
  • Bedanke Dich bei ihm.

Feedbacknehmer:

  • Bedankt sich am Ende. Keine Kommentare. Später vielleicht.

Es macht Sinn, den Ablauf öfter zu üben – was anfangs noch etwas gestelzt wirken mag, wird mit steigender Übung…. geschmeidig :)

edit(h) sagt: wir ändern es, bis es annährend perfekt erscheint ;) 

Eine Antwort auf Feedback ist ein Geschenk

  • bea sagt:

    …jo, “gutes” feedback zu geben ist eine echte kunst…auch wenn man glaubt, es “draufzuhaben”, tut es gut, sich immer wieder an die grundregeln zu erinnern…oder daran erinnert zu werden… ;) das zitat von max frisch ist ganz wundervoll! danke schön… :)

    lg bea

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