Hauptsache Arbeit !
Wie jetzt ?
- “Was nichts kostet, ist auch nichts wert.”
- “Heute muss man dankbar sein, wenn man eine Arbeit hat!”
- “Selbstachtung ist Luxus. – Du wirst schon sehen, was du von deiner Selbstachtung hast.”
- “Wer wirklich Arbeit will, findet auch welche.”
- “Verkauf dich nicht unter Wert!”
- “Man muss nehmen, was man kriegt.”
- “Studieren tut, wer zu faul zum Arbeiten ist.”
- “Siehste, das hast du jetzt davon, dass du den neuen Arbeitsvertrag nicht unterschrieben hast.
Der ist zwar Scheiße, aber jetzt musst du gucken, wie du klar kommst.” - “Warum soll ICH so konsequent sein, unter diesen miesen Bedingungen nicht länger hier zu arbeiten ? – Dann kommt halt irgendein anderer und macht den Job.”
- “Warum kündigen die einem engagierten Mitarbeiter?”
- “Du machst neben der Arbeit noch ein Teilzeitstudium?”
- “Psst. Das darf keiner wissen. Der Chef mag so was nicht.”
Wieso haben wir eigentlich dieses “Hauptsache Arbeit!” – Motto so verinnerlicht ?
Wie praktisch für den Arbeitgeber, dass mir “irgendein Job – und sei er noch so idiotisch und/ oder unterbezahlt” wichtiger ist als meine Selbstachtung.
Wie verdächtig, wer sich den Luxus der Selbstachtung gönnt und dafür lieber auf einen sicheren (??) Arbeitsplatz verzichtet.
Interessant:
die Idee, den Bedarf an Bildungsarbeit zur Bereitstellung von Arbeitsplätzen zu nutzen,
statt mit seltsamen Verrenkungen an anderer Stelle Arbeitsplätze zu schaffen, die keine sind.
“Kinderbetreuung, Pflege, Suchthilfe und -beratung, soziales Engagement:
All dies sind Bereiche, in denen immer noch vor allem privates und ehrenamtliches (also nicht bezahltes, nicht wertgeschätztes) Engagement vorherrscht und vorausgesetzt wird.Wenn diese Bereiche in öffentliche Arbeitsplätze umgesetzt würden, dann hätte sich die Entwertung von Bildungsabschlüssen mit einem Schlag erledigt!
Denn nirgendwo sind hohe soziale Kompetenz, Offenheit, Information und eine ständige Bereitschaft zum Lernen so unabdinglich wie in der Betreuung und Beratung von Menschen jeden Alters. Alles Kompetenzen, die sich aber nur entwickeln können, wenn auch Bildungsstandards gewährleistet sind.Gleichzeitig gäbe es dann auch keinen sinnvollen Grund mehr dafür, “Arbeitsplätze” im Niedrig(st)lohn-Sektor, die keine oder wenig Allgemeinbildung und (auch soziale) Kompetenz voraussetzen, auf Teufel komm raus erhalten zu müssen.”
ganzer Artikel von Sabine Siemsen:
Weshalb es ohne politische Bildung nie eine Bildungsrepublik geben kann
(pressenet)
aus dem folgenden Video: “Hier arbeiten Arbeitslose“… wie ich als Unternehmer Lohnkosten sparen kann -
“Die von Staat subventionierte parallele Arbeitswelt “: gemeinnützige Trampoline und kostengünstige (?) Haushaltshilfen für “echte Arbeiter”, Fortbildungen im Wett-Puzzlen, Stricken für eine bessere Welt ohne unterkühlte Neugeborene… Lernen für´s Leben!
Maßnahmen “zur Eignungsfeststellung” … im Rahmen eines “Gemüseschnippelkurses”
Alternativ-Gedanken: Qualität statt Quantität
” Was würden Sie arbeiten, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre ? “
- Watch more Videos at Vodpod.
Danke für’s Einstellen!
In den letzten zwei Jahren habe ich als Dozentin gelegentlich für einige “Bildungsträger” gearbeitet, die ihren Umsatz vor allem mit Hartz4-Empfängern machen. Habe mich dann entschlossen, keine Aufträge mehr in diesem Bereich anzunehmen und staune immer noch darüber, wie es gelingen konnte, mit immensen staatlichen Mitteln ein völlig überflüssiges und menschenfeindliches Arbeitssystem aufzubauen und am Laufen zu halten.
Schade, dass viele wohl nicht so konsequent sind – entweder aus Mangel an Information oder aus Geldgründen…
Oder vielleicht sogar aus Überzeugung, mit der Unterstützung solcher Maßnahmen tatsächlich was Gutes zu tun ?
Mir war bisher auch nicht klar, wie irrsinnig dieses System tatsächlich als “System” ist – man kriegt zwar hier und da mal was mit und schüttelt den Kopf, aber inzwischen komm ich aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr raus.
LG,evi.
Ja, Geld ist natürlich ein großer Anreiz, bei solchen Maßnahmen überhaupt “mitzuspielen”.
Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass viele Dozenten, Teamleiter oder einfache Angestellte bei solchen Maßnahmeträgern scheinbar sehr talentiert darin sind, einen Teil von Hirn & Herz einfach auszuschalten. Sie glauben tatsächlich an die Sinnhaftigkeit ihrer Aktionen.
Und das ist oft verbunden mit einer Abwertung und Geringschätzung der Teilnehmer. Nach dem Motto: “Bei uns lernen die Leute wieder wie es ist, früh aufzustehen und einer geregelten Tätigkeit nachzugehen. Und wer sich beklagt ist renitent, faul und sollte mit der Kürzung seiner Bezüge bestraft werden.”
Hm.
Eine “Stimme” steht nur dem zu, der bezahlt.
Eine “Gegenstimme” gar kann sich nur leisten, wer sich seiner finanziellen Unabhängigkeit sicher ist.
Bezahl-Demokratie?
interessanter Kommentar an anderer Stelle: Hartz IV-Sanktionen sind Angriff auf Demokratie
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