Asozial und Spass dabei -

Was wir von einem
selbstbewussten Sozialschmarotzer lernen können…

Wer wirklich will, findet auch Arbeit. Aber die liegen lieber den ganzen Tag im Bett – auf Kosten des Steuerzahlers. Die wollen doch gar nicht arbeiten. Die gehen ja schon seit Generationen lieber auf´s Sozialamt statt in die Schule.

Gedankenexperiment:

Sie sind ein HartzIV-Empfänger.
Sie haben folgende Alternativen:

1.
Schämen Sie sich. Zweifeln Sie an sich. Verdächtigen Sie sich selbst, anscheinend nicht wirklich arbeiten zu wollen. Nehmen Sie einen Job an, der Sie mehr kostet, als Sie damit verdienen. Hauptsache Arbeit! Werden Sie wieder entlassen, bevor Sie zu teuer werden. Lassen Sie sich in seltsame Maßnahmen zwingen. Offensichtlich sind Sie ohne Wert für diese Gesellschaft. Sie kosten den Staat Geld, das wegen Ihnen an anderer Stelle fehlt. Schuldbewusst verfallen Sie zunehmend in eine Depression. Sie sorgen sich und grübeln sich krank. Schon wieder Kosten!
Resigniert ziehen Sie sich zurück… unauffällig asozialisiert…

2.
Schließen Sie sich mit anderen HartzIV-Empfängern zusammen. Günstigstenfalls wurden Sie bereits in eine erfahrene HartzIV-Gemeinschaft hineingeboren.  HartzIV ist Ihre Identität!
Ihre Gruppe respektiert Sie dafür, dass Sie zu sich selbst und zu Ihrer Gemeinschaft stehen. Je selbstbewusster Sie das nach außen vertreten, desto sicherer ist Ihnen der Platz in Ihrer Gemeinschaft – die anderen HartzIVer stehen hinter Ihnen. Sie gehören dazu – keine Selbstzweifel, kein Stress, keine Depressionen oder andere Krankheiten, keine zusätzlichen Kosten! … auffällig asozial.

3.
Sie haben genug von Ihrer eingeschworenen Gemeinschaft und versuchen, sich aus HartzIV irgendwie rauszuschaffen.
Sie verraten Ihre Gruppe, werden ausgestoßen, keine Rückendeckung mehr…
bitte weiterdenken bei Punkt 1.

4.
Noch nähren Sie trotz HartzIV-Bedrohung Ihr Selbstwertgefühl aus Ihrer Selbstachtung.
Sie wagen es, einen miesen Job nicht anzunehmen.
Damit gehören Sie also unter Punkt 2.
Es sei denn, Sie ordnen sich schnellstmöglich freiwillig unter Punkt 1 ein.

Frage:

Welcher HartzIV-Typ wären Sie gerne ?

Bitte beachten Sie dabei solche Aspekte wie Selbstwertgefühl, seelische Gesundheit, Zufriedenheit…

Ein Sozialpsychologe nickt gedankenverloren…
“Ach ja, das gute Ablehnungs-Identifikationsmodell…”

In der Politik freut man sich:
“Prima – mit diesen Stereotypen können wir doch arbeiten!”

Irgendwo in meinem Kopf das geflüsterte Stoßgebet eines Politikers:
“Lieber Gott,
bitte bewahre uns vor Menschen, die lesen, denken und schreiben gelernt haben
und sich trotz ihrer Meinung noch einen Internetanschluss leisten können.”

;)

edit 27.08.10 – lesenswerter Artikel dazu  (Kommentare !) :
Christian Sickendieck / F!XMBER
BILD enthüllt: Sozialschmarotzer lügen seit Jahren

edit 04.01.11 – Leseempfehlung (sowohl der verlinkte Artikel als auch das Blog an sich):
HARTZKRITIK: “Warum von Hartz IV Betroffene nicht auf die Straße gehen und zu “Wutbürgern” werden?”

4 Antworten auf Asozial und Spass dabei -

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Anzeige

Follow me