Ich höre (Staats-)Stimmen…
Sehr geehrter Bürger,
Sie waren nicht mehr bereit, von einem befristeten Teilzeitarbeitsverhältnis auf´s nächste zu hoffen.
Deshalb haben Sie sich auf Anraten des Arbeitsamtes selbstständig gemacht.
Zusätzlich haben Sie ein Studium aufgenommen.
Es freut uns, dass Sie in Eigeninitiative etwas für Ihre Bildung tun.
Es freut uns, dass Sie aus der Arbeitslosenstatistik verschwunden sind
und gleichzeitig einem willigeren Arbeitnehmer die Chance auf einen Pseudo-Arbeitsplatz lassen.
Als Selbstständiger verdienen Sie laut Gesetz mindestens 2000 € / Monat.
Davon gehen 15% an eine Krankenversicherung Ihrer Wahl.
Sollten Sie entgegen staatlicher Anordnung weniger als 2000 € / Monat verdienen,
berechnen sich Ihre Krankenkassenbeiträge wie folgt:
- 1000 € -> 30 %
- 500 € -> 60 %
- 250 € -> 120 %
Stellt diese Beitragsregelung für Sie ein Problem dar, nehmen Sie bitte einfach wieder eine geregelte Arbeit auf!
Wir haben hier einige interessante Angebote für Sie:
„befristetes Arbeitsverhältnis, Teilzeit, fexibel“
Sie dürfen dort 19,5 h in der Woche arbeiten und werden nach Tarif als „Einsteiger“ bezahlt.
Dafür übertragen Sie bitte einfach nur per Unterschrift die Exklusiv-Rechte an Ihrer Zeit dem entsprechenden Arbeitgeber, dem Sie flexibel jederzeit zur Verfügung stehen sollten – Überstunden machen Sie aus Dankbarkeit als persönliches Engagement.
Da Sie damit vermutlich nicht genug verdienen, sich aber aufgrund Ihrer „Flexibilität“ keinen Zweitjob suchen können, wenden Sie sich bitte zusätzlich an das Sozialamt Ihres Vertrauens.
Einfacher wäre es, wenn Sie dort gleich HartzIV beantragen könnten.
Sobald Sie Ihre Altersvorsorge an uns überschrieben haben, kümmern wir uns auch um Ihre Bildung:
Für ein Studium haben Sie die Altersgrenze zwar überschritten, aber wir bieten Ihnen statt dessen eine 6-monatige Weiterbildungsmaßnahme „Puzzlen für Fortgeschrittene“ an – unter Anleitung hochqualifizierter, von uns großzügig finanzierter Fachkräfte.
Was halten Sie von diesem Angebot ?
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Staat

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Das Spielchen mit der Krankenkasse kenne ich: als Geschäftsfüherin unserer Firma mit einem symbolischen Gehalt von 100 Euro, sollte ich 250 Euro Krankenversicherungsbeitrag zahlen. Auf Nachfrage, wie ich das bitteschön machen soll kam die Antwort: das ist eben das unternehmerische Risiko, wenn das Gehalt nicht ausreicht und die Versicherung wäre ja freiwillig.
Ich war dann auch für eine kurze Zeit nicht krankenversichert, bis ich den Geschäftsführerjob abgeben konnte. Zum Glück habe ich eine robuste Gesundheit…
Das blöde daran ist, dass ich per Gesetz verpflichtet bin, mich freiwillig (?) zu versichern. Naja – ohne Krankenversicherung wär auch etwas riskant – ich bin zwar fit, aber als Reiter und Trainer schon etwas “un-fallgefährdet”…
Was ich nicht nachvollziehen kann, ist:
Wieso lieber nur etwa 100€ vom Staat – als einfach nur ein Stück weniger als diese im Moment etwa 330€ (!) von mir ?? Das macht doch für die Krankenkasse rein rechnerisch keinen Sinn – und trotzdem bieten sie dazwischen keine Alternative…?
Ich warte jetzt noch auf Angebote von Privaten Krankenkassen. Die sind nach einem 1. Überblick in Sachen “Seniorenstudium Ü30″ etwas offener.
Krank ärgern könnt ich mich – dann hätt ich wenigestens was davon
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