Kindertage

Je Ferien, desto Kinder…

Meine Bank nennt es “Arbeit” (oder “Erwerbstätigkeit” oder “Es kommt Geld rein”).

Mein sonst eher hyperaktives Gehirn nennt es “Urlaub” und lässt sich von der baumelnden Seele träge in der Sonne schaukeln.

Die Hunde sind wahrscheinlich der Meinung, die Kinder seien nur für sie da: so viele zusätzliche Futter-, Streichel- und Spieleinheiten.

Die Pferde haben “Kinder” als seltsame, aber harmlose Herdenmitglieder akzeptiert – die  “Besuchsherde” planscht aus irgendwelchen Gründen ständig in dem neuen bunten Tränkebecken und quiekt dabei… egal, in der Zeit will wenigstens keiner auf dem dicken Pony sitzen.

Geschäftstüchtige Pädagogen nennen es

(Von der “Verpädagogisierung” normaler Kinderwelten bin ich grad nicht so begeistert – Erlebnispädagogik war bei mir früher, wenn ich´s nicht über den Bach sondern nur bis in den Bach geschafft hatte und entsprechend nass und in deutlichen Widerspruch zu Mamas “Bleib vom Bach weg” nach Hause gekommen bin… kennt ihr dieses “Erlebnis” ? … die unterschiedlichen Emotionen von “Ich trau mich nicht zu springen” über “Scheisse” bis “Auweia” ?)

Wie es die Kinder wohl nennen ?

wohlig träges frühabendliches *seufz*

(Kein Wunder, dass manche Eltern irgendwann meinen, ich müsste den Stundensatz eigentlich IHNEN bezahlen, dafür, dass ich ihre Kinder mitbenutzen darf ;) )

Eine Antwort auf Kindertage

  • JayRachel sagt:

    Schönes “Urlaubs”posting.
    Ich hatte letztens im Wald, als ich mit einer Horde (oder Herde?) Kusinen unterwegs war, das dringende Bedürfnis über einen groooßen Baum zu balancieren, der perfekt über ein Bach-Bett gefallen war. Es war ein großartiges Gefühl drüber und auch wieder zurück zu kommen. Ich habe mich insofern sehr Erlebnis-pädagogisch gefühlt, als ich erlebt habe wie direkt Ermutigung oder Warnung wirken: Zwei meiner Kusinen haben mich geärgert und gesagt ich soll erst dann fallen wenn ich überm Bach bin und aufpassen, es könnte rutschig sein. Eine andere hat an zwei Stellen an denen ich unsicher war mit ruhig Stimme gesagt “Das schaffst du, es ist nur noch ein Meter…” Ohne über das gesagte groß nachzudenken wurde ich direkt unsicherer und fing an zu wackeln(bei den Warnungen und Demonstrationen von Nicht-zutrauen) bzw. sicherer und kam weiter voran (bei der Ermutigung und Demonstration von Zutrauen). Wenn das auf mich schon so wirkt, dachte ich mir hinterher, wie muss das dann auf Kinder wirken, die emotional noch empfänglicher sind und für die das Wort von Erwachsenen Naturgesetz ist?
    Das “Auweia-was-hab-ich-mir-da-eingebrockt Gefühl” hatte ich dann an dieser Stelle auch nochmal, es kam mir sehr bekannt vor :-)

    Bisher dachte ich die Verpädagogisierung in diesem Bereich, sei ein Gegengewicht zu mangelnden Gelegenheiten der Grenzerfahrung und freien körperlichen Ertüchtigung von Heranwachsenden aufgrund der Urbanisierung und Leistungsorientierung der Gesellschaft…
    Aber wenn ichs mir recht überlege… Erlebnispädagogik hat wahrscheinlich den Sinn, dass Pädagogen im Schlamm matschen und auf Bäume klettern können, ohne von den (anderen) Erwachsenen schief angeguckt zu werden. Im Gegenteil, die bezahlen sogar noch dafür ;-)

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