Archiv für die Kategorie „Pferde und Reiten“
Vorsicht: JAKOBSKREUZKRAUT
Ich habe in Sachen “Giftplanzen auf der Weide” großes Vertrauen in den Instinkt meiner Pferde – aber hier zupf auch ich seit letztem Jahr regelmäßig:
- auf der Weide giftig, junge Pflanzen dabei leider nicht mal bitter
- in Heu und Silage geschmacklich unauffällig, aber immer noch giftig
- schleichende Vergiftung, Schadstoffe werden nicht mehr abgebaut, keine Therapie möglich
weiterführende Links:
Erfahrenes Westernpferd sucht Gleichgewicht
und wünscht dabei nicht gestört zu werden…
Quarterstute: vor Jahren ausgemustertes Reiningpferd, klein, schnell, wendig, sensibel, intelligent, reagiert willig auf Gewichtsverlagerungen – trotz fortgeschrittenen Alters Herdenchef, beim Reiten kampferprobt…
Gelernt hat sie:
Der Mensch verlagert sein Gewicht und ich rette das gemeinsame Gleichgewicht mit einer entsprechenden Reaktion - beschleunigen, bremsen, in die Kurve legen.
Klein und wendig wie sie ist, kriegt sie sich durch die entsprechenden Manöver sortiert.
Selbstbewusst wie sie ist, arrangiert sie sich mit der ständigen Suche nach dem Gleichgewicht.
Intelligent und sensibel wie sie ist, reagiert sie möglichst schnell – am besten schon vor der “Anweisung von oben” = bevor das System ins Wanken gerät. (nicht immer im Sinne des Reiters, grins)
-> ein selbstständig arbeitendes Gebrauchspferd, das für sich selbst herausgefunden hat, wie man sich mit Mensch bewegt, ohne auf die (Pferde-)Schnauze zu fallen.
Westernreiten … für Pferde mit entsprechendem Körperbau und viel Gelegenheit, auf tagelangen Ritten in abwechslungsreichem Gelände Kraft, Ausdauer und Gleichgewicht zu trainieren. Vielleicht.
Westernreiten als (Nicht-)Ausbildungs-System?
Als notgedrungenes Reagieren auf Gewichtsverlagerungen nach dem Motto
“Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner”?
Hauptsache “loser Zügel” ?
Ein Pferd, das in Körperbau und Größe nicht gerade dem idealen “Westernpferd” entspricht, wird so (un)ausgebildet jahrelang höchst konzentriert mit sich beschäftigt seinem Gleichgewicht hinterherschwanken – und dabei auf störende Ratschläge von Reiterseite unwillig bis leicht panisch reagieren. (“lass mich in Ruhe, ich muss denken”)
Ein loser Zügel alleine macht noch kein losgelassenes Pferd.
Auch für die Stute scheint trotz Westernpferde – Proportionen die “Arbeit unter dem Sattel” ein echtes Ärgernis zu sein: Sie lässt sich nur mit viel Mühe überhaupt zum Reiten von der Koppel holen, buckelt unter dem Reiter, rennt…das ständige Rennen nach dem Gleichgewicht stresst auf die Dauer Körper und Geist.
Westernreiter von heute trifft Westernpferd “von damals”:
Auf gutgemeinte Hilfen - für ein anatomisch sinnvolles Ausbalancieren und damit gegen den Stress - reagiert die Stute unwillig, aber inzwischen “diskussionsbereit”… Vom vertrauensvollen Annehmen (und Umsetzen) von Gewichts-, Schenkel- oder ZügelHILFEN ist sie noch ein paar Trainingseinheiten weit entfernt…
Schön sitzen?
Viele Reiter verheddern sich in der Vorstellung von „ruhig sitzen und das Pferd nicht stören wollen“
“Locker sitzen” ist der Verständigung zwischen Pferd und Reiter in der Regel zuträglicher -
Übungen zum (trainerunabhängigen, geländetauglichen) Erfühlen eines dynamischen, lockeren Sitzes, aus dem heraus sich die richtigen Hilfen von selbst ergeben:
Übungen im Schritt:
* Gesäß anspannen, Anspannung halten, loslassen
> Erfühlen von Anspannungen in der Gesäßmuskulatur, Lockerung, tiefer Sitz
* Bein nach hinten anwinkeln, Fuß mit der Hand nach hinten oben ziehen, bis Oberschenkel senkrecht zum Boden positioniert ist (Knie am tiefstmöglichen Punkt), loslassen, dabei versuchen, Knie und Oberschenkel in der erreichten Position zu halten)
> Aufrichten des Beckens, Korrektur der Beinlage
* X-Beine: gestreckte Beine nach innen drehen (Knie an Sattel drücken, Fußspitzen zeigen nach innen), Beine wieder hängen lassen
> Mobilisierung des Hüftgürtels, tiefer Sitz
* Schultern nach oben ziehen, Spannung halten, loslassen
- Schulterblätter zusammenziehen, Spannung halten, loslassen
- Schultern kreisen, möglichst große Bewegungen
> Lockerung , Beweglichkeit der Schulterpartie
* Arme nach hinten kreisen, möglichst große Bewegungen, richtig strecken
> Aufrichten des Oberkörpers
* Drehen des Oberkörpers mit seitlich waagerecht ausgestreckten Armen und Drehen des Oberkörpers mit an den Ohren (Kopf heben!) vorbei nach oben gestreckten Armen
> Aufrichten des Oberkörpers vor allem in Wendungen, gegen Einknicken in der Hüfte , Erfühlen des korrekten Drehsitzes. Zur Selbstüberprüfung: wenn ich mich korrekt drehe, kommt das innere Bein etwas nach vorne, das äußere etwas zurück (Vergleich Schenkelhilfen in Wendungen am bzw, hinter dem Gurt)
Leichttraben:
* über ein paar Tritte in den Bügeln stehen bleiben
> Ausbalancieren über richtige Beinlage : Füße möglichst in senkrechter Linie unter dem Gesäß
* Hand an die Gürtelschnalle, beim Aufstehen gegen die Hand drücken wollen
> richtiges Anspannen der Bauchmuskeln (statt Anspannen der oberen Rückenmuskeln)
* Rhythmusübungen:
- Einmal aussitzen, zweimal stehen oder umgekehrt oder ähnliche Variationen
- Arme nach hinten kreisen
- Rhythmus auf den Oberschenkel klopfen
> Balance, lockerer Sitz, unabhängiges Bewegen einzelner Körperpartien (als Voraussetzung für effektive Hilfengebung)
Aussitzen:
* Hula-Hula denken
> Lockerung der Hüfte, des Beckens zum freien Mitschwingen
Galoppieren:
* Blick nach außen richten, „über dem inneren Bein sitzen“
> bringt die innere Hüfte passend zum Handgalopp etwas nach vorne, setzt mich in die richtige Position zur Zentrifugalkraft