Pferde und Reiten

Pferdefrühling

Der Winter:

  • regelmäßige Schneewanderungen zum Stall
  • Wasserkocherdauerbetrieb
  • Misten mit Hammer und Meisel
  • wöchentlich mindestens eine schnee- oder sturmbedingte Baumzersägung
    mit anschließender Zaunreparatur
  • Michelinmännchenoutfit
  • mehrere Rutschpartien mit sicher guten B-Noten
  • Bestätigung der Aussage:
    ENTWEDER Pferdehaltung in Eigenregie ODER Reiten

Jetzt: Zeit für gute Vorsätze
- “Trainingspläne” werd ich es erst nennen, wenn 4 Wochen tatsächlich nichts dazwischen gekommen ist … ;)

Gruppe der spiel- und lauffreudigen Winterpferde:

  • für den “Großen”: Muskelaufbau
  • für den “Kleinen”: Was man als Pony können muss, damit einen alle lieb und süß finden

Gruppe der energiesparenden, fressstarken und bewegungsarmen Winterwesen:

  • für den etwas kurzatmigen Isi: Konditionsaufbau
  • für den kurzatmigen, steifen Trainer: Speckabbau
    Seh ich doch bei Frühlingslicht betrachtet auch ohne Schneeanzug aus wie ein…  8O

Dann mal los.

Viel Konzept für viel Geld: Pat Parelli

Vor Jahren hab ich das Buch mal gelesen…

Seit ein paar Wochen setze ich mich in Reitstunden und Beritt mit Parelli-Pferden und Parelli-Ideen auseinander:

“Hm. Gar nicht so schlecht. Gut erzogene Pferde, sehr angenehm im Umgang, weichen brav aus, folgen aufmerksam…”

Ich habe das Konzept schätzen gelernt.

Jetzt komme ich in der Arbeit mit den betreffenden Pferden den vom Besitzer nicht lösbaren “Knoten”  immer näher.  Die “Knoten” äußern sich dabei je nach PferdeCharakter zwar in unterschiedlichen Eigenarten, verbinden sich jedoch pferdeübergreifend in einem Element: Weglaufen vor und unter dem Reiter.

Nach Parelli scheint zu gelten:
“Mach dem Pferd das Weglaufen unangenehm und das Da-Bleiben angenehm.”

Das Prinzip funktioniert. Prima!

Zurück bleibt das seltsame Gefühl, dass das Pferd zwar tatsächlich nicht mehr wegläuft – aber innerlich weiterhin jederzeit fluchtbereit ist.

Und mir stellt sich die Frage, wie zuverlässig dieser  Gehorsam wohl ist, der “rational” auf der Abschätzung des “kleineren Übels” basiert?
Was passiert in Situationen, in denen ich dem “kleineren Übel” kein effektiv “größeres Übel” entgegensetzen kann – wenn statt “mechanischem Gehorsam aus Gewohnheit” mal “freiwilliger Gehorsam aus Überzeugung” gefragt ist?

Kopschüttelnd bis leicht missbilligend reagiert der überzeugte “Natural Horseman” auf meine Bedenken:
“Aber er macht das doch brav!” -

…und sieht nicht durch das Konzept hindurch aufs oder gar ins Pferd. Gefangen in den einzelnen, brav ausgeführten Übungen hat er keinen Blick für die “innere Einstellung” des Pferdes.

Zu viel (falsch verstandenes?) Konzept – zu wenig Pferd.

Links zum Thema “Pat Parelli – Natural Horsemanship”

parelli
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Vorsicht: JAKOBSKREUZKRAUT

Ich habe in Sachen “Giftplanzen auf der Weide” großes Vertrauen in den Instinkt meiner Pferde – aber hier zupf auch ich seit letztem Jahr regelmäßig:

- auf der Weide giftig,  junge Pflanzen dabei leider nicht mal bitter
- in Heu und Silage  geschmacklich unauffällig, aber immer noch giftig
- schleichende Vergiftung, Schadstoffe werden nicht mehr abgebaut, keine Therapie möglich

weiterführende Links:

Arbeitskreis Kreuzkraut

Wikipedia

Zusammenfassung mehrerer Quellen

Erfahrenes Westernpferd sucht Gleichgewicht

und wünscht dabei nicht gestört zu werden…

Quarterstute: vor Jahren ausgemustertes Reiningpferd, klein, schnell, wendig, sensibel, intelligent, reagiert willig auf Gewichtsverlagerungen – trotz fortgeschrittenen Alters Herdenchef, beim Reiten kampferprobt…

Gelernt hat sie:
Der Mensch verlagert sein Gewicht und ich rette das gemeinsame Gleichgewicht mit einer entsprechenden Reaktion -  beschleunigen, bremsen, in die Kurve legen.

Klein und wendig wie sie ist, kriegt sie sich durch die entsprechenden Manöver sortiert.
Selbstbewusst wie sie ist, arrangiert sie sich mit der ständigen Suche nach dem Gleichgewicht.
Intelligent und sensibel wie sie ist, reagiert sie möglichst schnell – am besten schon vor der “Anweisung von oben” = bevor das System ins Wanken gerät. (nicht immer im Sinne des Reiters, grins)

-> ein selbstständig arbeitendes Gebrauchspferd, das für sich selbst herausgefunden hat, wie man sich mit Mensch bewegt, ohne auf die (Pferde-)Schnauze zu fallen.

Westernreiten … für Pferde mit entsprechendem Körperbau und viel Gelegenheit, auf tagelangen Ritten in abwechslungsreichem Gelände Kraft, Ausdauer und Gleichgewicht zu trainieren. Vielleicht.

Westernreiten als (Nicht-)Ausbildungs-System?
Als notgedrungenes Reagieren auf Gewichtsverlagerungen nach dem Motto
“Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner”?
Hauptsache “loser Zügel” ?

Ein Pferd, das in Körperbau und Größe nicht gerade dem idealen “Westernpferd” entspricht, wird so (un)ausgebildet jahrelang  höchst konzentriert mit sich beschäftigt seinem Gleichgewicht hinterherschwanken  – und dabei auf störende Ratschläge von Reiterseite unwillig bis leicht panisch reagieren. (“lass mich in Ruhe, ich muss denken”)
Ein loser Zügel alleine macht noch kein losgelassenes Pferd.

Auch für die  Stute  scheint trotz Westernpferde – Proportionen die  “Arbeit unter dem Sattel” ein echtes Ärgernis zu sein: Sie lässt sich nur mit viel Mühe überhaupt zum Reiten von der Koppel holen, buckelt unter dem Reiter,  rennt…das  ständige Rennen nach dem Gleichgewicht stresst auf die Dauer Körper und Geist.

Westernreiter von heute trifft Westernpferd “von damals”:
Auf gutgemeinte Hilfen -  für ein anatomisch sinnvolles Ausbalancieren und damit gegen den Stress - reagiert die Stute unwillig, aber inzwischen “diskussionsbereit”… Vom vertrauensvollen Annehmen (und Umsetzen) von Gewichts-, Schenkel- oder ZügelHILFEN ist sie noch ein paar Trainingseinheiten weit entfernt…

Schön sitzen?

Viele Reiter verheddern sich in der Vorstellung von „ruhig sitzen und das Pferd nicht stören wollen“

“Locker sitzen” ist der Verständigung zwischen Pferd und Reiter in der Regel zuträglicher -
Übungen zum (trainerunabhängigen, geländetauglichen) Erfühlen eines dynamischen, lockeren Sitzes, aus dem heraus sich die richtigen Hilfen von selbst ergeben:

Übungen im Schritt:

* Gesäß anspannen, Anspannung halten, loslassen
> Erfühlen von Anspannungen in der Gesäßmuskulatur, Lockerung, tiefer Sitz

* Bein nach hinten anwinkeln, Fuß mit der Hand nach hinten oben ziehen, bis Oberschenkel senkrecht zum Boden positioniert ist (Knie am tiefstmöglichen Punkt), loslassen, dabei versuchen, Knie und Oberschenkel in der erreichten Position zu halten)
> Aufrichten des Beckens, Korrektur der Beinlage

* X-Beine: gestreckte Beine nach innen drehen (Knie an Sattel drücken, Fußspitzen zeigen nach innen), Beine wieder hängen lassen
> Mobilisierung des Hüftgürtels, tiefer Sitz

* Schultern nach oben ziehen, Spannung halten, loslassen
- Schulterblätter zusammenziehen, Spannung halten, loslassen
- Schultern kreisen, möglichst große Bewegungen
> Lockerung , Beweglichkeit der Schulterpartie

* Arme nach hinten kreisen, möglichst große Bewegungen, richtig strecken
> Aufrichten des Oberkörpers

* Drehen des Oberkörpers mit seitlich waagerecht ausgestreckten Armen und Drehen des Oberkörpers mit an den Ohren (Kopf heben!) vorbei nach oben gestreckten Armen
> Aufrichten des Oberkörpers vor allem in Wendungen, gegen Einknicken in der Hüfte , Erfühlen des korrekten Drehsitzes. Zur Selbstüberprüfung: wenn ich mich korrekt drehe, kommt das innere Bein etwas nach vorne, das äußere etwas zurück (Vergleich Schenkelhilfen in Wendungen am bzw, hinter dem Gurt)

Leichttraben:

* über ein paar Tritte in den Bügeln stehen bleiben
> Ausbalancieren über richtige Beinlage : Füße möglichst in senkrechter Linie unter dem Gesäß

* Hand an die Gürtelschnalle, beim Aufstehen gegen die Hand drücken wollen
> richtiges Anspannen der Bauchmuskeln (statt Anspannen der oberen Rückenmuskeln)

* Rhythmusübungen:
- Einmal aussitzen, zweimal stehen oder umgekehrt oder ähnliche Variationen
- Arme nach hinten kreisen
- Rhythmus auf den Oberschenkel klopfen
> Balance, lockerer Sitz, unabhängiges Bewegen einzelner Körperpartien (als Voraussetzung für effektive Hilfengebung)

Aussitzen:

* Hula-Hula denken
> Lockerung der Hüfte, des Beckens zum freien Mitschwingen

Galoppieren:

* Blick nach außen richten, „über dem inneren Bein sitzen
> bringt die innere Hüfte passend zum Handgalopp etwas nach vorne, setzt mich in die richtige Position zur Zentrifugalkraft

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