Wahrnehmen und bloggen

Buchempfehlung: “Für Anna”

“Wer bestimmt eigentlich was geschieht ?”
will Anna eines Tages von ihrer Mutter wissen…

Eine Geschichte, die mit dem Ende anfängt , sich selbst schreibt und am Schluss im Leser weitergeht… und in der auch die Unschuldigen ihre verdiente Strafe erhalten.
Vielleicht ist es dieses “unschuldig verdient” – als Eindruck und als Urteil – in dem das bleibende mulmige Gefühl seinen Ursprung hat ?

Vielleicht sind die Unschuldigen gar nicht so unschuldig und die Schuldigen gar nicht so schuldig, wie es mir vorher immer so schön klar zu sein schien. Und wo in meiner ach so unschuldigen Seele ist diese Idee hergekommen, dass die Unschuldigen “ihre Strafe verdient” haben ?

Für Anna (epubli)

von @aemaets (Autor)

Twitter und so…

Liebe Twitterer meiner Timeline und alle Verfolger !

Ich danke Euch für eine gänzlich neue “Interneterfahrung” im letzten Jahr !
Und wünsche Euch und uns ein gutes nächstes Jahr !

Auch wenn ich mich nie an den #ff beteilige, dürft Ihr nicht meinen, dass ich Euch nie empfehle…
bei mir sieht das eher so aus: “Hallo @xy, guck mal nach den Tweets von @z, die könnten dich interessieren” .

Aber einmal im Jahr könnt ich ja auch mal… Ich empfehle also aus meiner Timeline (und aus meiner Perspektive^^)

  • MatthiasHeil
    für Einblicke in andere Gedanken zum Thema  “Religion”
  • KarlNickel
    nach anfänglich bierernstem Twittereinstieg inzwischen ein Geheimtipp für kurzweilige Unterhaltung UND interessante Infos ^^
  • RedCuts
    als prima Ausrede für das Weitertwittern von Comic-Inhalten
  • medienmixmax
    für sachdienliche Hinweise zu Medien- und Informations(in)kompetenzen
  • TimRozenski
    für interessante und vor allem interessierte und hilfsbereite Twitterpräsenz – und für lesenswerte Filmkritiken  (mit Games kenn ich mich gar nicht aus – aber für die Reviews gilt wohl das gleiche ^^)
  • happybuddha
    ich hasse seine Readerempfehlungen.. oft… :roll:   Weil ich vieles sooo genau lieber gar nicht wissen will.
  • N-Exner
    der trotz meinem saublöden Einstiegsspruch ( hat er auch inzwischen vielleicht hoffentlich vergessen ???) weiter mit mir twittert… :)
  • Running_BUCoach
    für sportübergreifende Gedankenanstöße auf 140 Zeichen ^^
  • Locutus01
    für “jeden Quatsch mitmachen” und psychologische Betreuung
  • ApfelMuse
    für andere und ehrliche Gedanken – oft aus einer mir neuen Sicht
  • binneugierig
    für einen freundlichen InformationOverflow – der Name ist Programm ;)
  • mwanke
    den ich auch außerhalb seiner “gnihis” (oder wie er das schreibt) immer über irgendeinen beabsichtigten oder versehentlichen Unsinn kichern höre
  • illiconvalley
    dessen Twitterpräsenz phasenweise geradezu überwältigend ist – aber so viel Begeisterung muss man doch einfach verfolgen, oder ? Außerdem ist er ja so was wie ein moderner Häuptling in meiner Region ^^
  • joaum
    etwas reparaturanfällig im letzten Jahr – aber interessante Einblicke in einen anderen “Häuptlingsalltag”
  • beingmenow
    für Witz und unkomplizierte Herzlichkeit
  • ReinhardKarger
    muss man selber gucken ^^
  • andi1984
    für alle Lern- und Lebenslagen… außerdem kennt er wohl irgendeinen Trick, wie man aus 24 Stunden mindestens das Doppelte an Zeit rausholt
  • Chrysadelic
    für kreative Gegengedanken
  • JayRachel
    vielseitig verwendbar – interessante Links und Mitmachbereitschaft ohne Ende ;)
  • UlrichCommerçon
    … für den Fall, dass man mal probehalber mit einem Politiker reden will ;)
  • aemaets
    für alle Diskussionslustigen und Nachdenkinteressierten… und für zwischendurch
  • wissensagentur
    für viele “Stop-and-Think!”
  • logoutev
    für interessante Gedanken, Beispiele, Links zum Thema “Medien” in allen Bereichen
  • SieSeCoBiWiBine
    für Tips und Unterstützung in Bildungsfragen – auch und gerade für Ü30er ;)
  • beatnig
    der ist überhaupt dran schuld an meiner Twitterei
  • Nevemie
    gegen isoliertes Fernstudieren – mit interessanten Psycholinks und einem Blog voll Zusammenfassungen (für Chaosstudenten ohne Lernplan)
  • magictheo
    als i-Tüpfelchen :)
  • Maedica
    die ich für ein Twitternaturtalent halte… mit interessanten Links und jederzeit ansprechbar ^^
  • psychmac
    davon könnt ich als Psychologiestudent durchaus gerne noch ein paar mehr haben…

“Was sind deine Lernprofite von deiner Beschäftigung mit sozialen Netzwerken ?”

fragt Locutus zum letzten…

Mit “Sozialen Netzwerken” sind wahrscheinlich “computergestützte soziale Netzwerke gemeint”… was mir die für´s Lernen bringen ?
Sie füllen den Begriff “Prokrastination” stündlich mit neuem Inhalt ;) .

Bloggen, Kommentieren, Twittern … dabei lerne ich “Meinung bilden”, “Meinung formulieren”, “mich mit anderen über Meinungen austauschen”… kurz: ich lerne diskutieren.

Nee, eigentlich noch grundlegender: Ich lerne Kommunikation - durch Beobachten, Abgucken und durch Mitmachen.

Durch die “digitale Kommunikationsroutine” ist meine Hemmschwelle in “analogen Kommunikationssituationen” ganz schön gesunken. Wo ich früher ehr-und-überhaupt-fürchtig meine Klappe gehalten hätte, sind mir heute Menschenmengen oder die (eventuell) “hohe Position” oder das “Expertentum” meines Gegenübers keine Kommunikationshindernis mehr. Und schon krieg ich – digital oder analog – z.B. Antworten auf Fragen, die ich mich früher gar nicht zu stellen getraut hätte.

Anscheinend hab ich auch ein bisschen gelernt, wie man Kommunikation (halbwegs effektiv) “organisieren” kann… in Lern- oder Projektgruppen… oder in Adventskalerndern ^^.

Dass ich angesichts der Vielzahl an Informationen, die einem in den Netzwerken um die Ohren fliegen, überhaupt gar nicht “lernfrei” bleiben kann, bedarf wahrscheinlich keiner besonderen Erklärung.
Und dass ich im bzw. über das Netzwerk gezielt nach Informationen suchen kann, ist ja auch klar.

Was ich im täglichen Kampf gegen den “Information-Overload” gerlernt habe:
Informationen filtern und strukturieren – ein bisschen “wie ich das machen kann ” – und vor allem “dass ich das machen muss”, wenn ich anhand dieser Informationen etwas lernen will.

Und was ich in den “computergestützten sozialen Netzwerken” auch gelernt habe
- wie an anderer Stelle schon etwas ausführlicher dargestellt :

“Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners”
Heinz von Foerster

Das hab ich ganz gerne hier als Abschluss zum AdventskaLERNder stehen… :)

Liebe Grüße an cubeworld und Danke an JayRachel für die zusätzlichen Fragen – und allen ein schönes Weihnachtsfest !

Wenn du Wissensmittler wärst…

Wie sieht deine ideale Unterrichtsstunde aus ?

“Mach mal Planung”, sagt Locutus

Also, so ganz konkret muss ich das jetzt ja nicht abliefern, oder ? Ich hoffe, dem strengen Frager reicht ein grobes Gerüst… ?

Zuerst fällt mir da mal auf, dass ich als Wissensvermittler tatsächlich nicht nur “Wissen” vermittele, sondern immer auch das “Wissen-Wollen”.
Nicht jeder, der lernwillig zu mir kommt, will wirklich “Wissen” erwerben. Manche wollen einfach nur eine möglichst einfache, jetzt-hier-und-gleich-instant bedienungsanleitungsähnliche Lösung. Manchmal kann ich diese “Rezeptsucher” zum “Wissen-Wollen” motivieren, aber meistens trennen sich unsere Wege ziemlich schnell wieder :) , weil die Unterrichtsstunden dann für beide Seiten alles andere als “ideal” verlaufen.

Ideal ist für mich:

Ich lerne meinen Schüler erst mal kennen.
Ich will wissen, wie er zu dem “Thema” steht… was will er wissen… was weiß er schon – und dann gebe ich vielleicht von meiner Seite aus noch ein “was sollte er wissen” und ein “was könnte er außerdem noch wissen wollen” dazu.
Auch interessant: Was weiß er vielleicht mehr / besser /anders als ich ? Was kann ich an und von ihm lernen ?
( Aus einer gelungenen Unterrichtseinheit mit regem Austausch geh ich nie “lernleer” raus – aus einen schlechten Unterrichtseinheit bleiben meistens auch ein paar Erkenntnisse übrig. )

Eine feste Richtung “vom Groben zum Feinen” oder “vom Konkreten zum Abstrakten” habe ich nicht.
Das geht kreuz und quer, meistens halb-spontan (Alternativen geplant und im Kopf, Auswahl vor Ort).

Vom Konkreten zum Abstrakten fängt es meistens an:
Ich stelle dem Lerner eine Aufgabe, lasse ihn machen, beobachte – und gebe danach Feedback: “Das funktioniert, weil… die Zusammenhänge im Hintergrund so und so sind” oder “Das funktioniert nicht, weil… “.
Im “Funktioniert-Nicht-Fall” schlag ich dann passend zu den Zusammenhängen eine andere Methode vor, oder…

es geht weiter vom Abstrakten zum Konkreten:
Nachdem ich die Zusammenhänge erklärt habe, stelle ich dem Lerner eine Aufgabe, lasse ihn machen, beobachte und gebe Feedback: “Das funktioniert, weil…” usw.

Dieser Wechsel zwischen “Verstehen und Anwenden” (Theorie und Praxis, Zusammenhang und Detail…) zieht sich im Idealfall durch die einzelne Unterrichtseinheit und durch den Unterricht insgesamt. Immer wieder: Zusammenhänge erklären – und erfahrbar machen. Der Lerner soll “erleben”, was geht und was nicht geht – und dieses Erleben mit seinem Hintergrundwissen in einen umfassenden Zusammenhang einordnen können.
Und wenn das richtig gut läuft, helfen mir die Erfahrungen des Lerners und seine Rückfragen, Rückmeldungen (dazu gehören auch seine Fehler!) beim genaueren Einordnen von Einzelheiten in Zusammenhänge – und ich lerne beim Lehren.
Aus solchen Unterrichtseinheiten komm ich dann immer ganz “aufgeräumt” und voller Notizen (im Kopf ^^).

So, spät aber doch noch zurück an cubeworld.

edit:
dort Locutus01 auf die Frage: “Muss wissenschaftliches Wissen /Lernen abstrakt sein ?”

“Was ist für dich träges Wissen –

…und kann man das auch wieder flott machen ?

fragt Locutus01

Jo, das mit dem Wissen ist so eine Sache… man hat da so einiges von überall “rumliegen”, aber mit “Information” im Sinne von lat. informare – „eine Form geben” hat dieses Wissen (vielleicht sogar größtenteils ?) wenig bis nichts zu tun.

Ich glaube, dass eigentlich alles Wissen mal als “träges Wissen” angefangen hat… irgendwie zwar “vorhanden”, aber nicht so wirklich ver- und anwendbar:

Gehalt ohne Methode führt zur Schwärmerei,
Methode ohne Gehalt zum leeren Klügeln,
Stoff ohne Form zum beschwerlichen Wissen,
Form ohne Stoff zu einem hohlen Wähnen.
Johann Wolfgang von Goethe

Damit ist ja eigentlich alles gesagt, oder ?

“In echt” kann das z.B. so aussehen:
Ich merke, dass ich mit einer bestimmten Strategie in bestimmten Situationen Erfolg habe.
Natürlich bin ich von dieser Strategie überzeugt und versuche, auch andere davon zu überzeugen.

Doof, wenn mir dabei nicht klar ist, warum genau diese Strategie in bestimmten Situationen funktioniert… wenn ich nicht weiß, was genau daran unter genau welchen Bedingungen funktioniert. Vielleicht hab ich selbst ein Gespür dafür, wann die Strategie sinnvoll eingesetzt werden kann ( =Gehalt) – aber dieses Gespür lässt sich ohne Wissen um die detaillierten Hintergründe nicht verbalisieren … so hat das Ganze keine Methode… und kann, von anderen ohne das notwendige Gespür angewendet, möglicherweise kann schön nach hinten losgehen.

Gut, wenn ich dann aus einer anderen Ecke, in einem anderen (Lern-)Zusammenhang etwas über die “inneren Zusammenhänge” erfahre… wenn ich mein “Wissen, dass…” um ein “Wissen wann und warum…” ergänzen kann.

In dem Moment wird “träges Wissen” flott gemacht… vielseitiger und flexibler ver- und anwendbar.

Ein andermal lern ich lauter seltsames Zeug vor mich hin bzw. in mich rein – mit dem ich in diesem Moment gar nichts anfangen kann… “Pauken” nennt man das wohl. Und in diesem Moment fühlt sich das auch ganz übel nach sturem Eintrichtern und Auswendiglernen an.

Aber irgendwann zeigen sich dann zwischen all diesen “eingebleuten Fitzeln” Zusammenhänge und Strukturen – langsam kriegt der langweilige “Stoff” eine interessante Form. Wenn´s gut läuft, kann ich diese Form mit Erfahrung füllen (Gehalt) – und im Vergleichen von Theorie und Praxis entstehen dann sinnvolle Methoden.

Inzwischen kann ich z.B. meinen “Drill-Sergeant-Stil” als Erzieher erklären – dass er funktioniert, wusste ich ja schon lange.
Inzwischen glaube ich auch zu wissen, warum er funktioniert
- und warum eine falsch verstandene “partnerschaftliche Erziehung” gerne mal unter “das Gegenteil von gut gemeint ist gut gemacht” fällt.

Hm. Ob sich Locutus01 das so vorgestellt hat ? :roll:
Ich geb dann mal zurück an cubeworld.

edit:
dort gibt´s Antwort auf die Frage  Von wem lernst du ? – Wer sind deine (all)täglichen Lehrer ?

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