“Das ist aber kein schönes Stroh !”
…meint der Fachmann nach einem etwas verächtlichen Blick auf meinen angerupften Strohballen.
Da hat er recht. Kurze, geknickte, zerfaserte und alles andere als goldgelbe Halme… nicht schön – genau so mag ich mein Stroh.
Langes Stroh wickelt sich erst dekorativ um die Pferdebeine, bewegt sich als Anhang derselbigen durch die ganz Box (und weiter) und türmt sich nach mehreren Pferde-Umdrehungen ordentlich an den Wänden auf – um eine kahle Mitte rum.
Goldgelb glänzend taugt Stroh sowieso nur zur Deko: glanzstark = saugarm.
Was glänzt, ist nämlich die Wachsschicht, Kutikula genannt. Die ist relativ wasserundurchlässig, schützt die Pflanze damit vor dem Austrocknen – und das Stroh vor dem Vollsaugen.
Außerdem macht die Wachsschicht die Pflanze resistenter gegen Pilz- und Schädlingsbefall – und wird dabei von einem fürsorglichen Landwirt mit diversen Mittelchen unterstützt. Die besagten Mittel sind in der Regel fettlöslich und lagern sich dementsprechend bevorzugt in der Wachsschicht an.
Frag ich “meinen Bauern” nach beregnetem Stroh, dann grinst der und sucht mir einen “unschönen” Ballen raus, mit zerbröselten Halmen, an denen die Wachsschicht schon möglichst abgewaschen ist.
Prima – ich will ja kein Deko-Stroh zu Gold spinnen, sondern die Box einstreuen und den Pferden was zum Dauerkauen anbieten.
Die Ergebnisse der Studie “Kunst ist Geschmackssache…”
darf ich leider nicht bloggen. Die Uni hatte keine Einwände, vereinzelte Mitglieder der Projektgruppe dafür umso mehr.
Also nur eine kurze Info für alle interessierten Teilnehmer:
Die Sache mit dem Kunstgeschmack war eigentlich nur als Coverstory gedacht…
Goldstein, D. G. and Gigerenzer, G. (2002).
Models of ecological rationality: The recognition heuristic. Psychological Review, 109, 75-90
Tatsächlich untersucht haben wir, ob im Sinne der Rekognitionsheuristik die aus der Einführungsphase (“Geben Sie die Stimmung auf diesem Bild mit einem Adjektiv wieder!”) bekannten Bilder später als die im Rahmen einer (erfundenen) Kunstauktion höher bezahlten Kunstwerke eingeschätzt werden – und ob sich diese Einschätzung durch fingierte Bewertungen ebenfalls erfundener “anderer Ausstellungsbesucher” beeinflussen lässt.
Unsere Annahme war:
“Bei der Einschätzung des Bildwertes zählt die Meinung anderer mehr als die Bekanntheit des Bildes”
Dementsprechend hatte eine Gruppe keine zusätzlichen Hinweise unter den Bildern, eine Gruppe hatte Hinweise, die das bekannte Bild besser bewerteten und in einer anderen Gruppe wurde das unbekannte Bild etwas besser bewertet.
Interessanterweise war nicht zu erkennen, ob die Bekanntheit eines Bildes die Teilnehmer in ihrer Entscheidung beeinflusst hatte. Deshalb konnten wir – obwohl die Bewertungen einen nachweislichen Einfluss auf die Einschätzung des jeweiligen Bildes hatten – unsere Hypothese “Bewertung schägt Bekanntheit” mangels Nachweis einer (Überhaupt-) Anwendung von “Bekanntheit” als Urteilsstrategie nicht wirklich prüfen.
Das Eigenleben der Bilder im Zusammenhang mit einem möglicherweise gar nicht so verschiedenen Geschmack (verschieden war er wohl, der Geschmack, wir haben ihn nur über diverse Randomisierungsaktionen “gleichgeschaltet” , sorry) hat quasi unsere Hypothese gefressen. Tatächlich wurde in fast allen Bildpaaren jeweils das gleiche Bild gewählt, unabhängig davon, ob es das bekannte (b) oder das unbekannte (u) war.
Bildquelle: WorldImages Kiosk der California State University
Die Details muss ich euch leider vorenthalten… hab stattdessen einen Artikel zu Impressionen aus dem betreffenden Forschungspraktikum geschrieben…
“Kunst hat nichts mit Geschmack zu tun.
Kunst ist nicht da, damit man sie schmecke.”
Max Ernst
Testkonstruktion (1) – wie die Bäume langsam zum Wald…
“(1)” … in der Hoffnung, dass ich bis zur Klausur noch einen “Testkonstruktion 2″ – Artikel zustande bringe…
Es zieht sich, weil ich mir (wie immer und grad in StatistikSachen) alles aufmalen muss, damit ich´s verstehe.
… also testet man den Test, der den Test testet, der den Test testet…. ?
1 Grundlagen Testverfahren
Definition, Anwendungsbereiche, Klassifikation, Testtheorie Basics
2 Klassische Testtheorie KTT
Grundannahmen, Axiome, Kritik
3 Testkonstruktion basics
Planung bis Entwurf, Konstruktionsprinzipien
4 Items generieren
Vorgehen, Inhalte, Formate, Aufgabentypen, AFA, CIT
5 Items analysieren
(edit 28.02.11 – Thanks to the Korrekturleser in Sachen Pommes-Umpolung !)
(KTT) Rekodierung, Itemschwierigkeit, Trennschärfe
6 Probabilistische Testtheorie PTT
Grundideen, Messmodelle, diverse Rasch-Modelle, Birnbaum-Modelle, Modelltests
7 Explorative Faktorenanalyse EFA
(edit 05.03.11 – Eigenwert = Spaltensumme der quadrierten Faktorladungen – sorry.)
Spickzettel (mit wesentlichen Zusammenhängen
) , Basics, PCA + PAF, Faktorenextraktion, Faktorenrotation, Muster- + Strukturmatrix
edit 26.09.11 für Fernuni-Hagen-Studenten gibt´s dazu Lernkarten: http://effimz.wordpress.com/
