Lasst den Kindern ihren Willen!
Wie wir gleichWERTig mit gleichberechtigt verwechseln
und unseren Kindern damit ihre (Selbst)WERTE ab-erziehen
Kind: “Ich will nicht”
Erwachsener: “Aber du sollst wollen! – Du muss doch einsehen dass….
also will gefälligst, was ich will! ”
“Scheindiskussionen und Überdisziplinierung in der Erziehung
unter dem Aspekt der Moralentwicklung beim Kind
im Hinblick auf demokratische Diskurskompetenz
(und politische Partizipation?)”
Piaget sah die moralische Entwicklung des Kindes eng an dessen kognitive Entwicklung gebunden, Kohlbergs Stufenmodell der moralischen Entwicklung geht auf die Ideen von Piaget zurück:
Werte müssen – entsprechend der kognitiven Entwicklung ( = kindgemäß) - erarbeitet werden. Die Auseinandersetzung mit Gleichberechigten im Prozess des Entdeckens, Verbalisierens und Kommunizierens von Werten wird von beiden „Moralforschern“ als unverzichtbar für die Weiterentwicklung von „äußeren Werten“ (→ heteronome Moral, Orientierung an den positiven oder negativen Konsequenzen einer Handlung aus Respekt vor Autoritäten und Machtverhältnissen) zu „inneren Werten“ (→ autonome Moral, Orientierung an ethischen Prinzipien aus innerer Überzeugung und Einsicht) beschrieben.
Nur ein Diskurs unter „seinesgleichen“ und mit offenem Ausgang lässt dem Kind den notwendigen Raum, sich seiner eigenen Werte bewusst zu werden. Ohne Bewusstsein für seine eigenen „inneren Werte“ entwickelt es kein Bewusstsein für die „inneren Werte“ von anderen – es kann keinen Wechsel der sozialen Perspektive vollziehen. Fehlt diese Fähigkeit zum Perspektivwechsel, dann fehlt die Basis für gegenseitigen Respekt…
“Die Jugend liebt heutzutage den Luxus.
Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll.
Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten.
Sie widersprechen ihren Eltern schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.”
Sokrates
(470 – 399 v. Chr.)
Mein Eindruck: Wir überfordern die Kinder mit Scheindiskussionen.
„Mein Wert“ mag ein „innerer Wert“ sein – zumindest halt ich ihn ja dafür^^ – für das Kind bleibt er „dein Wert“, die Vorstellung eines Erwachsenen, etwas, das von außen an es herangetragen wird… eine Forderung, die unabhängig von seiner „Einsichtigkeit“ durchgesetzt werden wird…
Das gutgemeinte „partnerschaftliche“ Diskutieren – gedacht zur Unterstützung der moralischen Entwicklung und Diskurskompetenz im Rahmen von demokratischem Denken und Partizipation – bewirkt in dafür ungeeigneten Situationen genau das Gegenteil.
„Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“
Afrikanisches Sprichwort
Ich verlange von einem Kind „Einsicht“ in meine Forderung. Angesichts der Tatsache, dass es die zu dieser Einsicht notwendigen kognitiven Fähigkeiten erst noch entwickeln muss, stellt sich die (meiner Meinung nach etwas peinliche) Frage:
Wieso bin ich als Erwachsener eigentlich so scharf auf die Bestätigung meiner Werte
- durch ein Kind? *kopfkratz*
(weil ich mir meiner Werte selbst nicht sicher bin ?? )
Meine Erwartung „Das musst du doch einsehen!“ überfordert das Kind. Ich werte seine eigenen Ideen, seinen Willen, seine Erfahrungen und Bedürfnisse und viel zu oft auch gedankenlos sein ganzes Selbst ( = den Menschen „Kind“ ) in solchen (Schein-)Diskussionen ab. Das Kind ist in dieser Situation nun mal nicht gleichberechtigt, sondern kognitiv und emotional unterlegen.
Deshalb nenn ich das auch eine Scheindiskussion: Der Überlegene beweist dem Unterlegenen, dass dieser „falsch“ denkt.
Wie fühlt Ihr euch, wenn der Chef sagt: „Ich hab die besseren Argumente, du bist nur zu doof, um das einzusehen“?
Fatal: Für ein Kind sind (falsch) Denken und (falsch) Fühlen noch EINS.
Noch fataler: Für ein Kind sind (falsch) Fühlen und (falsch) Sein noch EINS.
Das Kind lernt in einer solchen Diskussion:
Ich bin falsch.
= Unsicherheit, Selbstzweifel, ein vermindertes Selbstwertgefühl, Frustration…
mit der Reaktion: Vermeidungsverhalten (Null Bock) oder Aggression.
(deshalb müssen uneinsichtige Kinder oft in eine Therapie)
Das Kind entwickelt die Einstellung:
Wenn ich falsch bin,
sind meine „inneren Werte“ falsch.
Ich will nicht falsch sein.
Also übernehm ich sicherheitshalber die „äußeren Werte“, die andere mir vorschlagen.
Dann merkt zumindest niemand,
dass ich falsch bin.
Das scheint in diesem Moment eine gute Lösung für alle Beteiligten – Erwachsene und Kinder – zu sein.
Blöd nur , wenn aus diesem Kind dann ein Teenager wird, der sich zunehmend dem Einfluss „vernünftiger“ Erziehungspersonen entzieht und sich auf der Suche nach Werten an eventuell weniger vernünftigen Peergroups und Medien orientiert.
Stichworte:
- Kiffen macht gleichgültig
- Ausländer raus
- Wer xyz macht /hat /ist, ist cool
- ……
Da findet „Kind“ dann entsprechend seiner Kompensationsstrategien (Vermeidung oder Aggression) sicher etwas passendes…
Also doch lieber autoritär statt partnerschaftlich ? Ein Lob der Disziplin ?
Natürlich können in der Erziehung viele Auseinandersetzungen nicht als echte, partnerschaftliche Diskussionen geführt werden, weil der Ausgang in jedem Fall vom „überlegenen“ Erwachsenen bestimmt wird – im Rahmen seiner Verantwortlichkeit von ihm bestimmt werden MUSS.
„Kinder wollen nicht immer, was sie brauchen“
lese ich grinsend bei Jesper Juul.
In diesem Moment liegt meine Verantwortung gegnüber dem Kind nicht darin, sein Wollen abzuwerten oder seinen Willen zu „disziplinieren“ , sondern darin, ihm „ohne viel Gespräch“ („Das musst du doch einsehen“) das zu geben, was es braucht – auch gegen seinen Willen, aber nicht mit dem Ziel , diesen zu „zerstören“:
“Du willst das.Es ist okay, das zu wollen.
- Ich will jenes. Ich trage die Verantwortung, deshalb machst du, was ich will.”
So kann ich dem Kind seinen Willen lassen – auch, wenn ich ihm nicht folge und meinen Willen durchsetze.
Eine in diesem Sinne erfolgreiche Intervention zeigt sich darin,
dass das Kind fürchterlich schimpft und flucht,
während es das tut,
was ICH will…
Übrigens weiß ich aus eigener Erfahrung zu berichten, dass auch ein großzügig-demokratisches „Dann mach doch, was du willst“ – gefolgt von einem späteren „Siehste – das hab ich doch gesagt. Hättest du mal bloß auf mich gehört“ nicht wirklich zum Aufbau eines Selbst – Wert – Gefühls beiträgt.
Eltern, Erzieher, Lehrer…
Zu oft geben wir unseren Kindern Antworten, die sie behalten sollen,
anstatt Aufgaben, die sie lösen sollen.
(Roger Lewin, amerikanischer Anthropologe und Wissenschaftsjournalist, geb. 1946)
In unsrer Funktion als „Wertevermittler“ neigen wir vielleicht zu häufig dazu, uns mit zu vielen und in zu viele Diskussionen einzumischen – um die „richtigen“ Werte vorzugeben – und stören damit wichtige Entwicklungsprozesse:
„Ich fürchte, unsere allzu sorgfältige Erziehung liefert uns Zwergobst.“
Georg Christian Lichtenberg
Und ich frage mich:
Wo und wie und vom wem sollen Kinder unter diesen Umständen soziales Engagement und politische Partizipation lernen ?
(Wie und warum soll ich meine Werte vertreten, wenn ich keine habe ?)
“Demokratie”, so Theodor W. Adorno, “beruht auf der Willensbildung eines jeden Einzelnen, wie sie sich in der Institution der repräsentativen Wahl zusammenfasst. Soll dabei nichts Unvernünftiges resultieren, so sind die Fähigkeit und der Mut des Einzelnen, sich seines Verstandes zu bedienen, vorausgesetzt.” Obwohl bereits lange bekannt ist, dass die Realisierung der Demokratie weniger unter einem Mangel an gutem Willen und demokratischen Werten leidet (weshalb auch die ständigen öffentlichen Appelle, uns auf moralische Werte zu besinnen, an dem Problem vorbeizielen), als vielmehr an einem Mangel. an demokratischen Fähigkeiten, wird immer noch darüber gestritten, erstens, ob die Schule diese Kompetenzen überhaupt fördert bzw. fördern kann,und zweitens, welche pädagogischen Methoden sich dafür eignen.
aus: Prof. Dr. Georg Lind – Moralerziehung als demokratische Bildung
Wir sollten Möglichkeiten zu echten Diskussionen erkennen, bewusst schaffen und nutzen – und dann tatsächlich auch nur in solchen Situationen diskutieren, in denen wir ehrlich bereit und in der Lage sind, ihren Standpunkt offen zu betrachten und uns von ihren Ideen und Argumenten eventuell auch überzeugen zu lassen.
Lasst den Kindern ihren Willen, denn aus dem Wollen werden Werte.
Danke an meine “Co-Autoren im Geiste”:
- diverse noch unverzogene Kinder,
die meine pädagogischen Fehlanwendungen mit einem frechen Grinsen quittieren - “sture” Downis,
die Scheindiskussionen konsequent einfach ignorieren - sozialwahrnehmungsgestörte Autisten,
die sich auf diese “Spiele der Erwachsenen” gar nicht einlassen (können)
Please complete:
Wer hat / schreibt noch einen ergänzenden Artikel, der hier verlinkt sein sollte ?
So was wie:
- Keine kompetenten Kinder ohne kompetente Erwachsene (* wink *)
- “Partizipation braucht Mut derer, die sie zulassen…” (* grins *)
- Medien- und Informationskompetenz im Mitmach-Web:
Internet und politische Bildung (@beatnig ?) - Demokratie 2010: (Schein-) Partizipation ?
- “…dass eine demokratische Gesellschaft, um den Rückfall in Diktatur und Barbarei zu verhüten, die Bildung
ihrer Bürger zu fördern habe, koste es, was es wolle.”
(nach Alexis de Tocqueville ,1805-1859, Historiker und Staatstheoretiker) - …. was euch dazu noch einfällt, was euch auf dem Herzen liegt, was ihr ganz anders seht….
Bilder: http://www.morguefile.com/
ArbeitsREICH und erwerbsARM ?
Studieren Ü30 ?
Hallo an alle Studierende,
die “die Altersgrenze überschritten” (O-Ton meiner Krankenkasse) haben !
Suche Material für einen Blogartikel zum Thema “Bildungspolitik: Studieren Ü30″ :
Mit welchen Hindernissen schlagt ihr euch bei der Finanzierung eures Studiums herum ?
Welche Verhandlungen führt ihr mit Arbeitsagentur, Arge, Krankenkassen usw. ?
Wer stellt mir seine Erfahrungen zur Verfügung ?
Meine hab ich hier kurz zusammengefasst: “Ich höre (Staats-)Stimmen”
- würd aber nun gern etwas “ernsthafter” dazu schreiben.
Wer will was dazu sagen ?
Gerne auch per eMail
Danke
evi.
Inklusion zum Mitdiskutieren
bei Macht Bildung!
“Nur Leute, die keine Ahnung haben, sind für Inklusion.
Fachpersonal denkt ganz anders darüber.” ???
Ich disqualifiziere mich hiermit als Fachpersonal:
“Inklusion” heißt sicher nicht –
wie oft mit folgendem Schreckensszenario gegenargumentiert wird –
“Einsamer Downi muss ab morgen in Regelschule”…
“Wir müssen die Inklusionsfähigkeit der Schulen erhöhen durch kleine Klassen, Lehrer mit entsprechenden Zusatzqualifikationen und eine ausreichende Anzahl an Sozial- und Sonderpädagogen an den Schulen.”
Ich habe als Erzieherin in einer Sonderschule G mit einer Förderschullehrerin zusammengearbeitet – die Fördereinheiten dabei oft in zusätzlicher Rücksprache mit einem erfahrenen “Regelschullehrer” geplant, bei Erziehungsfragen eine Sozialarbeiterin um ihre Einschätzung gebeten.
Von dieser “Inklusion auf Betreuerebene” haben sowohl die Betreuer selbst als auch die Schüler profitiert
- und immer wieder haben wir festgestellt, dass die Kinder im Rahmen einer gewissen “Sonderschulen-Betriebsblindheit” gerne auch unterschätzt und unterfordert (und damit unterfördert!) werden.
…übrigens auch oft von ihren Eltern, die sicher von einer “Inklusion auf Elternebene” in vielerlei Hinsicht auch profitieren könnten, z.B. bezüglich ihres elterlichen Selbstwertgefühls und nicht zuletzt auch in Sachen “soziale Kontakte”.
Vielleicht möchten ein paar betroffene Eltern zu diesem Thema etwas sagen ??
“Nicht die Kinder müssen sich dem Schulsystem anpassen, sondern die Schule den Kindern.”
Ob eine Schule, die sich dem besonderen Förderbedarf ALLER Kinder anpasst, überhaupt noch so viel “Ausschuss” produziert, dass sich getrennte Sonderschulen lohnen ?
*kopfkratz*
Nachdenkliche Grüße, evi.
Eure Meinung ist gefragt : Umstellung auf ein inklusives Bildungssystem
edit 14.Juni:
Bundeszentrale für politische Bildung: Über Widersacher der Inklusion und ihre Gegenreden
Viele Förderschulen befinden sich in privater Trägerschaft, entweder der christlichen Kirchen oder von Sozialverbänden und Stiftungen. Alle Privatschulen finanzieren sich auch über Pro-Kopf-Zuweisungen pro Kind. Die Inklusion behinderter Schüler in allgemeine Schulen könnte den Exodus behinderter Kinder zur Folge haben und damit den Privatschulen durch eine Abstimmung mit den Füßen die finanzielle Grundlage entziehen.
Asozial und Spass dabei -
Was wir von einem
selbstbewussten Sozialschmarotzer lernen können…
Wer wirklich will, findet auch Arbeit. Aber die liegen lieber den ganzen Tag im Bett – auf Kosten des Steuerzahlers. Die wollen doch gar nicht arbeiten. Die gehen ja schon seit Generationen lieber auf´s Sozialamt statt in die Schule.
Gedankenexperiment:
Sie sind ein HartzIV-Empfänger.
Sie haben folgende Alternativen:
1.
Schämen Sie sich. Zweifeln Sie an sich. Verdächtigen Sie sich selbst, anscheinend nicht wirklich arbeiten zu wollen. Nehmen Sie einen Job an, der Sie mehr kostet, als Sie damit verdienen. Hauptsache Arbeit! Werden Sie wieder entlassen, bevor Sie zu teuer werden. Lassen Sie sich in seltsame Maßnahmen zwingen. Offensichtlich sind Sie ohne Wert für diese Gesellschaft. Sie kosten den Staat Geld, das wegen Ihnen an anderer Stelle fehlt. Schuldbewusst verfallen Sie zunehmend in eine Depression. Sie sorgen sich und grübeln sich krank. Schon wieder Kosten!
Resigniert ziehen Sie sich zurück… unauffällig asozialisiert…
2.
Schließen Sie sich mit anderen HartzIV-Empfängern zusammen. Günstigstenfalls wurden Sie bereits in eine erfahrene HartzIV-Gemeinschaft hineingeboren. HartzIV ist Ihre Identität!
Ihre Gruppe respektiert Sie dafür, dass Sie zu sich selbst und zu Ihrer Gemeinschaft stehen. Je selbstbewusster Sie das nach außen vertreten, desto sicherer ist Ihnen der Platz in Ihrer Gemeinschaft – die anderen HartzIVer stehen hinter Ihnen. Sie gehören dazu – keine Selbstzweifel, kein Stress, keine Depressionen oder andere Krankheiten, keine zusätzlichen Kosten! … auffällig asozial.
3.
Sie haben genug von Ihrer eingeschworenen Gemeinschaft und versuchen, sich aus HartzIV irgendwie rauszuschaffen.
Sie verraten Ihre Gruppe, werden ausgestoßen, keine Rückendeckung mehr…
bitte weiterdenken bei Punkt 1.
4.
Noch nähren Sie trotz HartzIV-Bedrohung Ihr Selbstwertgefühl aus Ihrer Selbstachtung.
Sie wagen es, einen miesen Job nicht anzunehmen.
Damit gehören Sie also unter Punkt 2.
Es sei denn, Sie ordnen sich schnellstmöglich freiwillig unter Punkt 1 ein.
Frage:
Welcher HartzIV-Typ wären Sie gerne ?
Bitte beachten Sie dabei solche Aspekte wie Selbstwertgefühl, seelische Gesundheit, Zufriedenheit…
Ein Sozialpsychologe nickt gedankenverloren…
“Ach ja, das gute Ablehnungs-Identifikationsmodell…”
In der Politik freut man sich:
“Prima – mit diesen Stereotypen können wir doch arbeiten!”
Irgendwo in meinem Kopf das geflüsterte Stoßgebet eines Politikers:
“Lieber Gott,
bitte bewahre uns vor Menschen, die lesen, denken und schreiben gelernt haben
und sich trotz ihrer Meinung noch einen Internetanschluss leisten können.”
edit 27.08.10 – lesenswerter Artikel dazu (Kommentare !) :
Christian Sickendieck / F!XMBER
BILD enthüllt: Sozialschmarotzer lügen seit Jahren
edit 04.01.11 – Leseempfehlung (sowohl der verlinkte Artikel als auch das Blog an sich):
HARTZKRITIK: “Warum von Hartz IV Betroffene nicht auf die Straße gehen und zu “Wutbürgern” werden?”
(Spar-)Gymnasium für alle im Saarland ?
gerade bei mir angekommen:
Vortrag im Landtag und Überreichung eines offenen Briefes
zur Personalplanung an saarländischen Gymnasien
Saarbrücken, 04.05.10
“Wir, die Delegierten der LEV Gymnasien, fordern vom Bildungsminister, Klaus Kessler, einen eindeutigen Beleg für das rein rechnerische Paradies (Anmerkung: Schmunzeln auf allen Rängen) an saarländischen Gymnasien.
Dazu haben wir in einem offenen Brief einige Fragen formuliert und mit dem Blick auf das Wohl – oder doch besser gesagt – das Wehe unserer Kinder, fordern wir ihn auf, uns in den nächsten zwei Wochen zu antworten.
Wir, die Delegierten der LEV Gym, können diesen Leserbrief (SZ) von heute nur unterstreichen, denn wir alle können seit Jahren Ähnliches vom Schulalltag unserer Kinder berichten.
Wir, die Delegierten der LEV Gym, fordern die Fraktionen des saarländischen Landtages – insbesondere die Mitglieder des Haushaltsausschusses – auf, sich noch einmal eingehend mit der Personalisierung der Schulen zu befassen und bitten Sie, Ihre Entscheidungen nicht von rein rechnerischen Zahlen, sondern von tatsächlichen Fakten abhängig zu machen – zum Wohle aller Schulformen (Anmerkung: Beifall von allen Seiten).
…und wir wüssten gerne von dem Minister , wo sich 42 Lehrerstellen derzeit befinden.”
Offener Brief der Delegierten der Landeselternvertretung der Gymnasien
Personalisierung der Gymnasien
Sehr geehrter Herr Minister Kessler,
wie wir aus den Medien von Ihnen gehört haben, soll es rein rechnerisch einen Lehrerüberhang an den Gymnasien von derzeit 190 Stellen geben. Wir, die Delegierten der LEV Gymnasien, können dies nicht nachvollziehen und möchten Sie daher darum bitten, die Berechnung dieser Zahl öffentlich zu machen bzw. der LEV Gymnasien zur Verfügung zu stellen. Wir möchten detaillierte Angaben, wie sich die von Ihnen in die Diskussion gebrachte Zahl errechnet und zusammensetzt bzw. von welchen Gymnasien diese Lehrerstellen abgezogen und an die Gesamtschulen im Schuljahr 2010/2011 verlagert werden sollen.… Bei allen Gesprächen/Sitzungen mit Ihnen bzw. Ihrer Vorgängerin/Ihrem Vorgänger waren die Unterrichtsausfälle ein wichtiges Thema (belegbar an Hand der Protokolle). Wir wurden immer um Geduld gebeten und uns wurde versprochen, dass mit dem Weggang des Doppel-Abitur-Jahrganges alles besser werden wird, d.h. sich die angespannte Personallage verbessern würde. Leider war in diesem Schuljahr davon nicht viel zu spüren, denn noch immer konnten etliche Stunden in den Gymnasien nicht vertreten werden, weil eine Lehrfeuerwehr unserer Meinung nach nie wirklich existierte. Wir lassen uns aber gern vom Gegenteil überraschen.
… mehr lesen:
Offener Brief der Delegierten der Landeselternvertretung der Gymnasien
Personalisierung der Gymnasien
Mein Eindruck:
klingt nach:
Gymnasium für alle,
die sich einen Nachhilfelehrer leisten können ?
“Für die einen ist Nachhilfe völlig normal. Für die anderen ist sie ein Beweis für große Lücken im staatlichen Schulsystem – und ein sozialer Skandal…”
mehr lesen: Gelernt wird am Nachmittag





