bildung

ArbeitsREICH und erwerbsARM ?

Studieren Ü30 ?

Hallo an alle Studierende,

die “die Altersgrenze überschritten” (O-Ton meiner Krankenkasse) haben !

Suche Material für einen Blogartikel zum Thema “Bildungspolitik: Studieren Ü30″ :

Mit welchen Hindernissen schlagt ihr euch bei der Finanzierung eures Studiums herum ?
Welche Verhandlungen führt ihr mit Arbeitsagentur, Arge, Krankenkassen usw. ?

Wer stellt mir seine Erfahrungen zur Verfügung ?

Meine hab ich hier kurz zusammengefasst: “Ich höre (Staats-)Stimmen”
- würd aber nun gern etwas “ernsthafter” dazu schreiben.

Wer will was dazu sagen ?
Gerne auch per eMail

Danke :) evi.

Inklusion zum Mitdiskutieren

bei Macht Bildung!

“Nur Leute, die keine Ahnung haben, sind für Inklusion.
Fachpersonal denkt ganz anders darüber.”  ???

Ich disqualifiziere mich hiermit als Fachpersonal:

“Inklusion” heißt sicher nicht –
wie oft mit folgendem Schreckensszenario gegenargumentiert wird –
“Einsamer Downi muss ab morgen in Regelschule”

“Wir müssen die Inklusionsfähigkeit der Schulen erhöhen durch kleine Klassen, Lehrer mit entsprechenden Zusatzqualifikationen und eine ausreichende Anzahl an Sozial- und Sonderpädagogen an den Schulen.”

Ich habe als Erzieherin in einer Sonderschule G mit einer Förderschullehrerin zusammengearbeitet – die Fördereinheiten dabei oft in zusätzlicher Rücksprache mit einem erfahrenen “Regelschullehrer” geplant, bei Erziehungsfragen eine Sozialarbeiterin um ihre Einschätzung gebeten.

Von dieser “Inklusion auf Betreuerebene” haben sowohl die Betreuer selbst als auch die Schüler profitiert

- und immer wieder haben wir festgestellt, dass die Kinder im Rahmen einer gewissen “Sonderschulen-Betriebsblindheit” gerne auch unterschätzt und unterfordert (und damit unterfördert!) werden.

…übrigens auch oft von ihren Eltern, die sicher von einer “Inklusion auf Elternebene” in vielerlei Hinsicht auch profitieren könnten, z.B. bezüglich ihres elterlichen Selbstwertgefühls und nicht zuletzt auch in Sachen “soziale Kontakte”.

Vielleicht möchten ein paar betroffene Eltern zu diesem Thema etwas sagen ??

“Nicht die Kinder müssen sich dem Schulsystem anpassen, sondern die Schule den Kindern.”

Ob eine Schule, die sich dem besonderen Förderbedarf ALLER Kinder anpasst, überhaupt noch so viel “Ausschuss” produziert, dass sich getrennte Sonderschulen lohnen ?

*kopfkratz*

Nachdenkliche Grüße, evi.

Eure Meinung ist gefragt : Umstellung auf ein inklusives Bildungssystem

edit 14.Juni:

Bundeszentrale für politische Bildung: Über Widersacher der Inklusion und ihre Gegenreden

Viele Förderschulen befinden sich in privater Trägerschaft, entweder der christlichen Kirchen oder von Sozialverbänden und Stiftungen. Alle Privatschulen finanzieren sich auch über Pro-Kopf-Zuweisungen pro Kind. Die Inklusion behinderter Schüler in allgemeine Schulen könnte den Exodus behinderter Kinder zur Folge haben und damit den Privatschulen durch eine Abstimmung mit den Füßen die finanzielle Grundlage entziehen.

Asozial und Spass dabei -

Was wir von einem
selbstbewussten Sozialschmarotzer lernen können…

Wer wirklich will, findet auch Arbeit. Aber die liegen lieber den ganzen Tag im Bett – auf Kosten des Steuerzahlers. Die wollen doch gar nicht arbeiten. Die gehen ja schon seit Generationen lieber auf´s Sozialamt statt in die Schule.

Gedankenexperiment:

Sie sind ein HartzIV-Empfänger.
Sie haben folgende Alternativen:

1.
Schämen Sie sich. Zweifeln Sie an sich. Verdächtigen Sie sich selbst, anscheinend nicht wirklich arbeiten zu wollen. Nehmen Sie einen Job an, der Sie mehr kostet, als Sie damit verdienen. Hauptsache Arbeit! Werden Sie wieder entlassen, bevor Sie zu teuer werden. Lassen Sie sich in seltsame Maßnahmen zwingen. Offensichtlich sind Sie ohne Wert für diese Gesellschaft. Sie kosten den Staat Geld, das wegen Ihnen an anderer Stelle fehlt. Schuldbewusst verfallen Sie zunehmend in eine Depression. Sie sorgen sich und grübeln sich krank. Schon wieder Kosten!
Resigniert ziehen Sie sich zurück… unauffällig asozialisiert…

2.
Schließen Sie sich mit anderen HartzIV-Empfängern zusammen. Günstigstenfalls wurden Sie bereits in eine erfahrene HartzIV-Gemeinschaft hineingeboren.  HartzIV ist Ihre Identität!
Ihre Gruppe respektiert Sie dafür, dass Sie zu sich selbst und zu Ihrer Gemeinschaft stehen. Je selbstbewusster Sie das nach außen vertreten, desto sicherer ist Ihnen der Platz in Ihrer Gemeinschaft – die anderen HartzIVer stehen hinter Ihnen. Sie gehören dazu – keine Selbstzweifel, kein Stress, keine Depressionen oder andere Krankheiten, keine zusätzlichen Kosten! … auffällig asozial.

3.
Sie haben genug von Ihrer eingeschworenen Gemeinschaft und versuchen, sich aus HartzIV irgendwie rauszuschaffen.
Sie verraten Ihre Gruppe, werden ausgestoßen, keine Rückendeckung mehr…
bitte weiterdenken bei Punkt 1.

4.
Noch nähren Sie trotz HartzIV-Bedrohung Ihr Selbstwertgefühl aus Ihrer Selbstachtung.
Sie wagen es, einen miesen Job nicht anzunehmen.
Damit gehören Sie also unter Punkt 2.
Es sei denn, Sie ordnen sich schnellstmöglich freiwillig unter Punkt 1 ein.

Frage:

Welcher HartzIV-Typ wären Sie gerne ?

Bitte beachten Sie dabei solche Aspekte wie Selbstwertgefühl, seelische Gesundheit, Zufriedenheit…

Ein Sozialpsychologe nickt gedankenverloren…
“Ach ja, das gute Ablehnungs-Identifikationsmodell…”

In der Politik freut man sich:
“Prima – mit diesen Stereotypen können wir doch arbeiten!”

Irgendwo in meinem Kopf das geflüsterte Stoßgebet eines Politikers:
“Lieber Gott,
bitte bewahre uns vor Menschen, die lesen, denken und schreiben gelernt haben
und sich trotz ihrer Meinung noch einen Internetanschluss leisten können.”

;)

edit 27.08.10 – lesenswerter Artikel dazu  (Kommentare !) :
Christian Sickendieck / F!XMBER
BILD enthüllt: Sozialschmarotzer lügen seit Jahren

edit 04.01.11 – Leseempfehlung (sowohl der verlinkte Artikel als auch das Blog an sich):
HARTZKRITIK: “Warum von Hartz IV Betroffene nicht auf die Straße gehen und zu “Wutbürgern” werden?”

(Spar-)Gymnasium für alle im Saarland ?

gerade bei mir angekommen:
Vortrag im Landtag und Überreichung eines offenen Briefes
zur Personalplanung an saarländischen Gymnasien

Unterrichtsausfall

Saarbrücken, 04.05.10

“Wir, die Delegierten der LEV Gymnasien, fordern vom Bildungsminister, Klaus Kessler, einen eindeutigen Beleg für das rein rechnerische Paradies (Anmerkung: Schmunzeln auf allen Rängen) an saarländischen Gymnasien.

Dazu haben wir in einem offenen Brief einige Fragen formuliert und mit dem Blick auf das Wohl – oder doch besser gesagt – das Wehe unserer Kinder, fordern wir ihn auf, uns in den nächsten zwei Wochen zu antworten.

Wir, die Delegierten der LEV Gym, können diesen Leserbrief (SZ) von heute nur unterstreichen, denn wir alle können seit Jahren Ähnliches vom Schulalltag unserer Kinder berichten.

Wir, die Delegierten der LEV Gym, fordern die Fraktionen des saarländischen Landtages – insbesondere die Mitglieder des Haushaltsausschusses – auf, sich noch einmal eingehend mit der Personalisierung der Schulen zu befassen und bitten Sie, Ihre Entscheidungen nicht von rein rechnerischen Zahlen, sondern von tatsächlichen Fakten abhängig zu machen – zum Wohle aller Schulformen (Anmerkung: Beifall von allen Seiten).

…und wir wüssten  gerne von dem Minister , wo sich 42 Lehrerstellen derzeit befinden.”

Offener Brief der Delegierten der Landeselternvertretung der Gymnasien

Personalisierung der Gymnasien

Sehr geehrter Herr Minister Kessler,
wie wir aus den Medien von Ihnen gehört haben, soll es rein rechnerisch einen Lehrerüberhang an den Gymnasien von derzeit 190 Stellen geben. Wir, die Delegierten der LEV Gymnasien, können dies nicht nachvollziehen und möchten Sie daher darum bitten, die Berechnung dieser Zahl öffentlich zu machen bzw. der LEV Gymnasien zur Verfügung zu stellen. Wir möchten detaillierte Angaben, wie sich die von Ihnen in die Diskussion gebrachte Zahl errechnet und zusammensetzt bzw. von welchen Gymnasien diese Lehrerstellen abgezogen und an die Gesamtschulen im Schuljahr 2010/2011 verlagert werden sollen.

… Bei allen Gesprächen/Sitzungen mit Ihnen bzw. Ihrer Vorgängerin/Ihrem Vorgänger waren die Unterrichtsausfälle ein wichtiges Thema (belegbar an Hand der Protokolle). Wir wurden immer um Geduld gebeten und uns wurde versprochen, dass mit dem Weggang des Doppel-Abitur-Jahrganges alles besser werden wird, d.h. sich die angespannte Personallage verbessern würde. Leider war in diesem Schuljahr davon nicht viel zu spüren, denn noch immer konnten etliche Stunden in den Gymnasien nicht vertreten werden, weil eine Lehrfeuerwehr unserer Meinung nach nie wirklich existierte. Wir lassen uns aber gern vom Gegenteil überraschen.

… mehr lesen:
Offener Brief der Delegierten der Landeselternvertretung der Gymnasien
Personalisierung der Gymnasien

Mein Eindruck:

klingt nach:
Gymnasium für alle,
die sich einen Nachhilfelehrer leisten können ?

“Für die einen ist Nachhilfe völlig normal. Für die anderen ist sie ein Beweis für große Lücken im staatlichen Schulsystem – und ein sozialer Skandal…”
mehr lesen: Gelernt wird am Nachmittag

Ich höre (Staats-)Stimmen…

Bundesministerium Arbeit, Bildung und Finanzen

Sehr geehrter Bürger,

Sie waren nicht mehr bereit, von einem befristeten Teilzeitarbeitsverhältnis auf´s nächste zu hoffen.
Deshalb haben Sie sich auf Anraten des Arbeitsamtes selbstständig gemacht.

Zusätzlich haben Sie ein Studium aufgenommen.

Es freut uns, dass Sie in Eigeninitiative etwas für Ihre Bildung tun.
Es freut uns, dass Sie aus der Arbeitslosenstatistik verschwunden sind
und gleichzeitig einem willigeren Arbeitnehmer die Chance auf einen Pseudo-Arbeitsplatz lassen.

Als Selbstständiger verdienen Sie laut Gesetz mindestens 2000 € / Monat.

Davon gehen 15% an eine Krankenversicherung Ihrer Wahl.
Sollten Sie entgegen staatlicher Anordnung weniger als 2000 € / Monat verdienen,
berechnen sich Ihre Krankenkassenbeiträge wie folgt:

  • 1000 €  ->   30 %
  • 500 €     ->   60 %
  • 250 €     ->  120 %

Stellt diese Beitragsregelung für Sie ein Problem dar, nehmen Sie bitte einfach wieder eine geregelte Arbeit auf!

Wir haben hier einige interessante Angebote für Sie:

„befristetes Arbeitsverhältnis, Teilzeit, fexibel“

Sie dürfen dort 19,5 h in der Woche arbeiten und werden nach Tarif als „Einsteiger“ bezahlt.
Dafür übertragen Sie bitte einfach nur per Unterschrift die Exklusiv-Rechte an Ihrer Zeit dem entsprechenden Arbeitgeber, dem Sie flexibel jederzeit zur Verfügung stehen sollten – Überstunden machen Sie aus Dankbarkeit als persönliches Engagement.

Da Sie damit vermutlich nicht genug verdienen, sich aber aufgrund Ihrer „Flexibilität“ keinen Zweitjob suchen können, wenden Sie sich bitte zusätzlich an das Sozialamt Ihres Vertrauens.

Einfacher wäre es, wenn Sie dort gleich HartzIV beantragen könnten.

Sobald Sie Ihre Altersvorsorge an uns überschrieben haben, kümmern wir uns auch um Ihre Bildung:
Für ein Studium haben Sie die Altersgrenze zwar überschritten, aber wir bieten Ihnen statt dessen eine 6-monatige Weiterbildungsmaßnahme „Puzzlen für Fortgeschrittene“ an – unter Anleitung hochqualifizierter, von uns großzügig finanzierter Fachkräfte.

Was halten Sie von diesem Angebot ?

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr  Staat

Bundesministerium Arbeit, Bildung und Finanzen

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