Downsyndrom

Pflegestützpunkt – Beratung für Eltern mit behinderten Kindern ?

Am Dienstag, dem 13. Juli, werde ich die Gelegenheit haben,  in einem Gespräch mit den Mitarbeitern des Pflegestützpunktes Neunkirchen die besonderen Beratungsbedürfnisse und Anliegen von Eltern mit behinderten Kindern anzusprechen.
Die Behindertenbeauftragte der Gemeinde Illingen, Frau Helma Wagner (Lehrerin an einer Sonderschule für Geistigbehinderte), wird mich begleiten.

Und jetzt frage ich Euch, die betroffenen Eltern:

Welche besonderen Probleme und Anliegen,
welche wichtigen Fragen und Anregungen habt Ihr,
die bei dieser Gelegenheit auf jeden Fall zur Sprache kommen sollten ?

So was wie:

  • “Auf diese Möglichkeit (Verhinderungspflege, niedrigschwellige Betreuungsangebote, familienentlastender Dienst …)  hätte mich ja auch schon mal früher einer hinweisen können!”
  • “Das klingt ja alles schön und gut, aber wo finde ich jetzt für mein Kind genau das richtige ?”
  • “Die Krankenkasse sagt … – was heißt das für mich ?”
  • ….

Schreibt Eure Anregungen, Hinweise, Erfahrungen und Probleme mit anderen Beratungsstellen wie den Kranken- und Pflegekassen, Ideen  usw. bitte einfach als Kommentar unter diesen Artikel !

Danke ;) evi.

(Gerne auch anonym – Eure eMail-Adresse ist übrigens immer nur für mich als Administrator des Blogs sichtbar)

Geschichten vom “sturen Downi”

Etwas lieblos - dabba dabba, wir haben doch keine Zeit und wer weiß, wie lange Lina jetzt überhaupt Interesse an dem Ganzen hat - schneide ich drei kleine gelbe Sterne aus dem Karton.
Namensschilder für die Weihnachtsgeschenke sollen das werden: Mama, Papa, Sarah … eine Kerze, ein Gummi-Entchen (hihi), ein Textmarker.
Lina hat sie im Einkaufszentrum selbst für jeden ausgesucht und bezahlt.

Mehr beiläufig und aus “pädagogischer Höflichkeit” frage ich:
“Schreibst du die Namen drauf ? Oder soll ich das machen ?” - Ich natürlich…vor allem, wenn ich in der Aufzählung am Schluss stehe – und Lina sich aus Bequemlichkeit ja immer für das Letztgehörte entscheidet…leicht manipulativ – aber ich weiß ja auch nicht, wie lange sie überhaupt Interesse… -

“Ich”, sagt Lina. - Huch, denke ich. Das kriegt sie nicht hin…dann ärgert sie sich…lässt alles liegen…ich mach´s dann für sie…und sie fühlt sich wieder doof und unfähig…keine gute Pädagogik – denke ich. -

Sagen tu ich – als hätte ich nix anderes erwartet: “Okay – ich schreib´s dir vor.”  Tatsächlich erwarten tu ich ein bisschen unleserliches Kritzelkratzel - und überlege schon, ob es wichtiger ist, dass der Richtige das richtige Geschenk kriegt…oder dass Lina jetzt und hier das Gefühl hat, sie kriegt das hin, ohne dass ich noch was dazu schreibe…aber spätestens, wenn´s nachher keiner lesen kann…3-Sekunden-Pädagogik-Gewitter… -

Ich schreibe vor, Lina malt ab. Ich sage “hoch”, “runter”, “Kopf”, “Bauch” … - keine Ahnung, wie man Buchstaben be-schreiben kann – schlechtes Gewissen, das sollte ich doch eigentlich…egal -
… hups…kurz Radieren - ohweh, jetzt ist sie beleidigt und hat keine Lust mehr ? - es stört sie gar nicht, sie arbeitet immer noch hochkonzentriert.

Die Sterne sind natürlich viel zu klein (die waren ja auch für mich …*hüstel*). Die Buchstaben passen nicht hintereinander (mein Fehler). Deshalb stehen sie jetzt neben- und übereinander. Sie sind auch nicht alle aus dem deutschen Alphabet.

Aber die Namen sind lesbar. Lina ist zufrieden. Nicht mal besonders stolz – nur einfach zufrieden.

Ich bin stolz. Und ein bisschen erschüttert. Und ein bisschen beschämt….während Lina engelsgeduldig - wow ! trotz Problemen mit der Feinmotorik - die gelochten Sterne mit Geschenkband an die Päckchen knotet – und anschließend noch mit der Riesenschere das Geschenkband kräuselt - äh – Probleme mit der Feinmotorik ?

Linas Schule sagt:
Lina ist zu faul zum Schreiben. Die hat da einfach kein Interesse dran.

Psychologie sagt:

  • Andere Leute teilen mir indirekt durch ihre Reaktionen mit, wie sie mich einschätzen.
  • Die indirekten Mitteilungen beeinflussen meine Selbsteinschätzung.
  • Meine Selbsteinschätzung beeinflusst meine Motivation und meine Leistung.

aus einer Fragebogenstudie von Weiner, Graham, Stern und Lawson 1982

  • Stellen Sie sich folgende Situation vor:
    Schlechte Note des Schülers und Reaktion des Lehrers -
    Ärger, Schuld, Mitleid, Überraschung oder Traurigkeit
  • Auf welche Ursache führt wohl ein ärgerlicher, mitleidiger… Lehrer den Misserfolgs des Schülers zurück ?
    z.B. mangelnde Anstrengung, fehlende Fähigkeiten…
  • …zu welcher Selbsteinschätzung führt das wohl beim Schüler?
  • usw.

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