entspannung

Mehr Schwimmen, weniger Surfen

Nachdem ich zum wiederholten Male mit Gedanken aufgewacht bin, die eigentlich nicht meine sind, hinterfrage ich jetzt doch mal meinen Informationskonsum.

“Wer geht, sieht weniger, aber mehr.
Wer fährt, sieht mehr, aber weniger.”

… weshalb es Sinn macht, beides ausgleichend zu verbinden.
In diesem Fall sollte ich vielleicht besser von “Surfen” und “Schwimmen” reden ?
Mehr Schwimmen, weniger Surfen – und zwischendurch immer mal wieder treiben lassen…

Ähnliche Erfahrungen ?
Erprobte Strategien ?

Anmerkung 1:
Konzentrationsstörungen ? Nein, ich kann mich prima konzentrieren – allerdings werde ich dabei im Moment nach kurzer Zeit saumüde:

Konzentration
= eingeschränkte (weil fokussierte) Wahrnehmung

= vieles andere loslassen
= Entspannung
= …

Das ist dann zwar gut für Leib und Seele, aber schlecht für die Klausur.

Anmerkung 2:
Ich bin übrigens kein Stubenhocker oder so was. Sogar an “schlechten” Tagen komm ich kaum unter 2 Stunden Frischluft, meistens sind es eher doppelt so viele, häufig sogar noch mehr (tier- und kinderbedingt).

(Stichwort “Morgenseiten” und  liebe Grüße an die Wissensagentur ;) )

Innere Bilder

Sowohl einfache Wahrnehmungen als auch komplexere Situationen werden in uns als  INNERE BILDER (Erinnerungen, Vorstellungen…) gespeichert.
Meist werden solche inneren Bilder eher zufällig wieder „abgerufen“ – ein Geräusch, ein Wort, ein Geruch, eine  Bewegungsfolge u.ä. rufen sie unerwartet in uns hervor.

Unsere inneren Bilder wirken

auf unseren Körper:
z.B. vermehrter Speichelfluss bei Zitronengeschichte, steigender Blutdruck bei ärgerlichen Vorstellungen, klopfendes Herz bei Vor(gestellter)freude, Muskelverspannungen in Erwartung von Stresssituationen…
auf unsere seelisch-emotionale „Grundeinstellung“:
Positive innere Bilder sind die Grundlage für eine von äußeren „Bildern“ unabhängige innere Ausgeglichenheit.

Mangels Verbalisierungs- und Rationalisierungsmöglichkeiten sind Kinder ihren inneren Bildern quasi „ausgeliefert“  und für innere Bilder auch sehr empfänglich.

VORTEIL:
Wir können positive innere Bilder mit all ihren Auswirkungen über Schlüsselreize/äußere Bilder wie z.B. einzelne Worte, Geschichten, Geräusche, Streicheleinheiten, Gerüche/Aromen, Farben, bestimmte Gegenstände (Glücksbringer)…  gerade bei Kindern

gezielt erschaffen und
bewusst abrufen

Beispiel:

Das Kind bringt von einem schönen Familienausflug einen Stein mit nach Hause. Der Stein an sich erinnert  an ein positives Erlebnis und ruft so ein positives inneres Bild hervor.
Ich erzähle zu dem Stein eine schöne Geschichte mit ein paar geheimnisvoll magischen Elementen über Zauberkraft und innere Ruhe …Die Geschichte ruft innere Bilder hervor, die sich mit dem Stein und der positiven Erinnerung verbinden.
Ich bastele mit dem Kind zusammen eine schöne Schachtel, in der der Stein („Schatz“, „Zauberstein“…) aufbewahrt wird: Ein eigenes Behältnis drückt Wertschätzung aus und steigert die Bedeutung des Steins und des damit Erlebten zusätzlich.
Ich erfinde ein Ritual, wie der Stein aus der Schachtel zu nehmen ist, wie man ihn tragen, reiben, ansprechen… soll: Bestimmte Bewegungen, Worte u.ä. rufen ihrerseits innere Bilder hervor, die die ursprünglich schon positiven Vorstellungen/Erinnerungen noch verstärken…
Man könnte z.B. auch die Lieblingsmusik eines Kindes entsprechend „aufwerten“, sein Lieblings-T-Shirt, Kuscheltier, einen bestimmtem Schreibstift…

Während Erwachsene sich beim Autogenen Training mehr oder weniger mühsam über Formeln in einen entspannten Zustand trainieren, lassen sich Kinder über etwas Greifbares im Zusammenhang mit positiven inneren Bildern relativ leicht zu einer sogenannten konditionierten Entspannungsreaktion führen.

Voraussetzungen für eine „automatische Entspannung“ sind dabei :
> passenden „Schlüsselreiz“ finden (beobachten, ausprobieren, spontan aufgreifen)
>  Üben
* in einer ablenkungsfreien Umgebung (Klingel? Telefon? …)
* aus einer entspannten Grundstimmung (nicht in Stresssituationen üben wollen)
* ritualisierte Abläufe (Tageszeit, Kleidung, besondere Beleuchtung usw.)
* regelmäßiges Üben

Ziel
ist es, um einen Gegenstand, ein Wort o.ä. herum viele positive Eindrücke zu schaffen, an die sich das Kind über dieses „Ding“ als Schlüsselreiz erinnert und die ein positives (entspannendes,ermutigendes, beruhigendes, belebendes …) inneres Bild entstehen lassen.

Vorsicht:
Ein Erwachsener kann unangenehme, negativ wirkende innere Bilder notfalls rational betrachten, bewusst damit umgehen, gezielt an störenden inneren Bildern arbeiten.
Ein Kind kann den dazu nötigen Abstand zum eigenen Inneren aus oben erwähnten Gründen kaum oder gar nicht einnehmen, es braucht
* Hilfe bei der Verarbeitung von negativen o. verwirrenden inneren Bildern
* Schutz vor einem Übermaß an negativen äußeren Bildern, die negative innere Bilder hervorrufen

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Innere Bilder und Sprache

Besonders Kinder reagieren sensibel auf suggestive Sprachmuster.

-Art der Formulierung
Die Aufforderung „Denk jetzt nur nicht an einen großen grauen Elefanten!“ lässt eben dieses Bild eines großen grauen Elefanten in uns entstehen. (Das Bewusstsein kennt keine Verneinung.)
Bemerkungen wie „Sei nicht so zappelig/ laut / faul / ängstlich …“  werden vom Kind gespeichert als inneres Bild : „Ich bin zappelig / laut / faul / ängstlich …“.  Und innere Bilder „wirken sich aus“.
Welche „Auswirkungen“ will ich bei dem Kind erreichen? Welche inneren Bilder muss ich dafür schaffen? Wie formuliere ich dementsprechend?

-Reihenfolge der Informationen
Das Wichtigste/Bedeutendste kommt immer zum Schluss – als Höhepunkt. Das Letztgesagte /Letztgehörte ist das, was in der Wahrnehmung am meisten wirkt.
Wie kann es wirken, wenn ich erst mit Lob oder aufmunternden Worten eine positive Basis für ein Gespräch aufbaue und dann mit kritischen Worten ende?

Hinweis:
Bevor ich versuche, in einer gespannten Situation einem Kind auf welche Weise auch immer „positive innere Bilder“ zu vermitteln, kann es hilfreich sein, zuerst auf blockierende innere Bilder einzugehen – sozusagen um Platz für andere Bilder zu schaffen: „Das Kind dort abholen, wo es gerade steht“
Also z.B nicht gleich „Du brauchst doch keine Angst zu haben, weil …“, sondern erst mit „Du hast Angst, weil…“ die negativen Bildern anschauen und sortieren, bevor ich die positiven anbiete.

Wahrnehmen, konzentrieren, entspannen

K O N Z E N T R A T I O N
=
Zustand eingeschränkter
W A H R N E H M U N G

=
E N T S P A N N U N G

Konzentration hängt eng mit Wahrnehmung zusammen:

Wenn ich meine Aufmerksamkeit/Wahrnehmung auf eine Sache/einen Reiz konzentriere, lasse ich  alles andere los.

Erlebe ich diesen Reiz als angenehm und lasse mich gerne auf diese Wahrnehmung ein, führt mich dieser Reiz in einen Zustand der entspannten Konzentration/konzentrierten Entspannung.

Führe ich unter günstigen Umständen (Ungestörtheit, Ruhe, angenehme Umgebung…) eine bestimmte Wahrnehmungs-/Konzentrationsübung regelmäßig bis zum Erreichen dieser konzentrierten Entspannung durch, entsteht dabei eine gewisse Routine = konditionierte Entspannungsreaktion, die mir schließlich ein Erreichen des Entspannungszustandes auch unter ungünstigen Bedingungen ermöglicht.

Erwachsene können sich mit Mentaltechniken ( wie z.B. den Formeln des Autogenen Trainings) auf „entspannende Reize“ konditionieren, ihre Aufmerksamkeit bewusst und willentlich auf eine bestimmte Wahrnehmung lenken. Kinder brauchen kindgerechte Reize, die individuell von Kind zu Kind und Situation zu Situation verschieden sein können und aus sich heraus, ohne willentliche mentale „Anstrengung“ die Aufmerksamkeit des Kindes auf sich ziehen.

Natürlicher Bestandteil der kindlichen Wahrnehmung ist Bewegung: Das Kind er-geht, er-läuft, er-spielt, er-tanzt, ER-FÄHRT  sich und seine Umwelt im Sich-Bewegen. Vor allem koordinierte, rhythmisch-gleichmäßige Bewegungen wie Gehen, Laufen, Tanzen u.ä. helfen, Spannungszustände zu lösen.

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