Studieren im web 2.0
Diskussion: ” Wie kommt das eLearning in die Hochschule ? “ auf dem Blog Hochschulballett
These 1:
Studierende wissen zu wenig über die Möglichkeiten, die Online-Lernangebote Ihnen eigentlich bieten (könnten).
Gleichzeitig sind sie als Gruppierung nicht die Digital Natives, für die wir sie gerne halten.These 2:
Lehrende haben oft Angst vor Mehrarbeit oder Überforderung, die Ihnen durch den Einsatz von Online-Bausteinen in Ihrer Lehre entstehen könnte. Sie haben maximal Grundkenntnisse über die vorhandenen Techniken, die aber nicht ausreichen – didaktische Beratung und Unterstützung sind notwendig. Andererseits sind viele Möglichkeiten unbekannt und E-Learning wird als „großes Unbekanntes“ und damit eher als bedrohlich statt als nützlich wahrgenommen.These 3:
Studierende haben Bedarfe – die ganz sicher noch genauer unter die Lupe genommen werden müssen als bisher, damit wir ihnen nicht Anforderungen in den Mund legen, die gar nicht vorhanden sind. Wenn Studierende diese Bedarfe artikulieren und transparent machen können und Lehrende nicht nur technisch, sondern auch didaktisch unterstützt werden, kann E-Learning an Hochschulen erfolgreich sein.These 4:
Das Grundproblem besteht aber nicht nur in mangelnder Information und Kommunikation auf beiden Seiten, sondern auch in einer Geringschätzung der Lehrtätigkeit.
Kommentare (dort) erwünscht !
Studie zu Motivation im Fernstudium – wer macht mit ?
via SieSeCo:
Eine Kommilitonin, die gerade ihre B.A. Arbeit schreibt, sucht noch Studierende – bevorzugt noch relativ am Anfang (erste drei Semester) des Studiums, die an einer Studie zum Thema Motivation im Fernstudium teilnehmen. Die Studie wird im Mai beginnen, etwa 6 Wochen lang dauern und in dieser Zeit über persönliche Gespräche und ein zu führendes Lerntagebuch Euer individuelles Lernen im Fernstudium begleiten.
Wer mitmachen möchte bitte melden, ich stelle dann gerne den Kontakt her.
Liebe Grüße, Sabine
Schade – ein bisschen “Lernreflektion” täte mir wahrscheinlich gut – siehe “Lernen bis zum Schluss” und dann doch nicht fertig werden…
Ich bin aber leider nicht mehr so ganz am Anfang …
Gibt es ein Leben nach der MC-Klausur ?
Klar – und das sieht im Moment so aus:
Die einen sammeln Klausurfragen
- aus dem Gedächtnis, aus stenoartigen Mitschriften oder woher auch immer…
Die anderen sammeln Beschwerden...
- “unscharf formuliert”
- “viel zu detailliert gefragt”
- “nie gehört”
- “wo soll denn das stehen”
- “Lernen kann doch nicht Auswendiglernen sein!”
- “Wieso kriegen wir die Fragen nicht?”
- …
Dazu parallel läuft noch eine Verschwörungstheorie “Der Link”
… den gibt´s übrigens hier.
(Und nach dem schreien die am lautesten, die … *grummelgrummel*)
Ich arbeite mich seit Tagen mit der Adobe-Reader-Suchfunktion durch die PDFs der Studienbriefe und stelle dabei fest:
die Formulierungen der Multiple-Choice-Fragen hangeln sich wesentlich öfter ganz eng am Text entlang, als mir Anti-Auswendig-Lerner lieb ist.
Verstehen kann ich dieses Vorgehen mit engem Textbezug:
Wo so viel mit Klagen gedroht wird wie hier bei den Psychos, ist man mit
“guck, da steht´s genau so” auf der sicheren Seite.
Ich mag MC nicht sonderlich.
Mein Talent liegt mehr darin, von Kuchenbacken auf Arschbacken zu kommen,
über letztgenannte möglichst viel und beeindruckend zu erzählen -
und dafür dann meine -wohlverdienten
– Punkte zu kriegen.
MC deckt leider gnadenlos auf, was ich nicht oder nicht so ganz genau weiß.
Und weil ich halt “arrogant” genug bin, nur zu lernen, was MIR wichtig, interessant und/oder sinnvoll erscheint… muss ich halt damit leben, dass ich zu vielen Kapiteln rate und einige meiner erhofften Klausurpunkte an Formulierungen und Distraktoren zerschellen.
Und jetzt könnt ihr mich erhängen oder vierteilen oder auf dem Scheiterhaufen verbrennen:
Das hier ist ein Studium. Ich muss mir die Inhalte selber erarbeiten. Und wenn die Uni mir nur eine Literaturliste und die Lernziele schicken würde – dann müsste ich erwachsen und kompetent genug sein, mich auf diese Klausur vorzubereiten. Ich krieg aber neben den Studienbriefen und einem betreuten Diskussionsforum sogar noch die entsprechenden Seiten aus der (Grundlagen- und Zusatz-)Literatur eingescannt und zur Verfügung gestellt…
deshalb kann ich dem Geschimpfe nicht ganz folgen.
Ich halte die Klausurfragen nicht für Schikane – und “unglückliche” Formulierungen für menschlich.
Ein “omnipotenter” Professor wär mir unheimlich.
Aber gut:
“Dass ich paranoid bin, heißt nicht, dass ich nicht verfolgt werde” Woody Allan
- vielleicht siebt die Uni auch tatsächlich aus… Darf die Uni das ?
Ich hab schon erste Stimmen vernommen, man solle bitte die Zugangsbedingungen für diesen Studiengang erschweren, damit man die Klausuren leichter machen kann.
Wie jetzt?
Bildung für alle – dann müssen sich diese “alle” eben anstrengen…
oder Bildung als Konsumgut und Dienstleistung für die, die es sich leisten können – und von den anderen bitte nicht gestört werden wollen?
Egal: Ob mit oder ohne bestandene M3-Klausur -
für´s nächste Semester zieh ich bei Beabea ein,
besuche regelmäßig Neve
und lass es gemütlich angehen.
Und wenn noch jemand - jetzt nach der Klausur oder auch gleich vor der nächsten Klausur - einen Schweinehund übrig hat :
Gebt den Schweinehund nicht ins Tierheim, gebt ihn mir… ich sammele nämlich weiter.
Lebenslanges Lernen: „Es gibt noch andere Verrückte“
2005:
„Das will ich nicht noch jahrzehntelang machen“
Sabine macht sich auf den (Bildungs-)Weg,
am „selbstorganisierten“ Abitur entlang zur Fernuni,
vom Bachelor Bildungswissenschaft zum Master eEDUCATION
Das Lernen lässt sich lernen –
selbstorganisiertes Lernen ist zum Großteil eben auch
- selbstbestimmtes Lernen
- Lernen aus Überzeugung
- Lernen aus Spaß
- selbstverwirklichendes Lernen
- ….
aber was sagen „die anderen“ dazu?
„Lebenslanges Lernen“ -
- „…stand das nicht auf dem neuen VHS – Programm ?“
- „… irgendwas mit Seniorenbildung oder so.“
- „ Fördermaßnahmen oder ähnliches für >>Langsamlerner<<
- die lernen halt ein bisschen länger bis lebenslänglich…?“
Gut und vor allem wichtig zu wissen: „Es gibt noch andere Verrückte“.
Und dank WEB 2.0 bedarf das Gründen einer „Selbsthilfegruppe für Ü30 – Lerner“ keiner komplizierten Logistik und bürokratisch beschwerlicher (Um-)Wege mehr
– man muss es nur tun (danke, Sabine) und genug Lebenslängliche finden, die mitmachen.
2010:
Sabine hat dementsprechend keine Hotelzimmer für uns gemietet – sondern Webspace.
Den hat sie mit viel Informationen ausgestattet,
überall hängen Plakate zu Veranstaltungen,
ständig finden Video-Kurse zum „Lernen lernen“ statt,
es gibt aktuelle Berichte zur „Bildungslage“,
Diskussionsstoff, Newsletter, Twitter-Nachrichten …
– und ein paar gemütliche Quasselecken gibt es auch.
Und es gibt Ziele:
- Erfahrungsaustausch
von „trau dich“ über „Finanzierungsmöglichkeiten“ bis „ich drück dir für die Prüfung die Daumen!“ - gemeinsame Projekte:
Coaching, Patenschaften, Mentorielle Betreuung, Prüfungsvorbereitungen… - Änderungen im Bildungssystem
und – was mir z.B. sehr am Herzen liegt -
Änderungen im Bewusstsein der Bevölkerung
Herzlich willkommen in der Siemsens-Selbstlerner-Community!
Nur Dumme lernen lebenslänglich
Fakt ist:
Lernen macht dumm.
Mit jedem neuen Thema, Buch, Artikel…mit jeder neuen Information
vergrößert sich die Menge der Dinge, die ich nicht weiß.
Blöd, jetzt zur Vermehrung meiner Dummheit auch noch Psychologie zu studieren.
Warum tu ich mir so was überhaupt an – in meinem Alter (inzwischen mehr U40 als Ü30)?
Das fragen sich und mich auch einige meiner Mitmenschen:
Bist du schon fertig?
Nein, ich hab ja grad erst angefangen.
Wann bist du denn fertig?
Wenn´s gut läuft, in etwa 2 Jahren.
Bist du nicht zu alt zum Studieren?
Traue keinem Psychologen unter 60.
Bist du eigentlich schon mit IRGENDETWAS fertig?
Erzieher, Trainer Westernreiten, Entspannungspädagoge
Warum studierst dann noch so einen Quatsch?
Na ja – vielleicht lebt es sich nach der “Image-Kampagne” als Erzieher etwas besser
- wenn man nicht mehr als “Spielschultante” belächelt und bezahlt wird…?
Wie – “keine Zeit” ? Studenten haben keine Zeit ?
*verschwörer-blinzeln* Das ist mir aber neu.
Freie Zeiteinteilung hat nichts mit “freier Zeit” zu tun.
Fernstudium? Das ist doch nur Mist
- das kriegst du eh nirgends anerkannt.
…weiß doch jeder, oder?
Früher hast du dein Studium ja auch nicht durchgezogen
- und jetzt willst du in Eigenregie… ?
Früher hat ein Studium auch schon Geld gekostet
- und ich war nicht der einzige Student,
der irgendwie auf seinen Nebenjobs hängengeblieben ist *grins*
Jetzt weiß ich, was ich tue – und Fernstudium ist eine flexible Angelegenheit.
Selbstorganisiertes Lernen hat auch Vorteile.
Hab ich dich geweckt?
…passiert euch das auch?
Mein Hirn raucht und knattert, ich bin auf dem Weg zum Aha-Erlebnis
- das Telefon scheucht mich aus meinen Gedanken auf – und dann so was?
Bist du computersüchtig?
Ich arbeite.
Achje – in deinem Alter fällt einem das Lernen ja sicher schwer.
Ich hab viel Übung. Und ein routiniertes Anfängergespenst.
Und ich hab gelernt, je nach Art des mitmenschlichen Argwohns zum Thema
“lebenslanges Lernen” entweder den Lernspaß oder den Lernstress in die Diskussion zu schicken.
Irgendwann lern ich noch, mich über den Argwohn an sich nicht mehr zu ärgern.
Hab ja noch ein Leben lang (Lern-)Zeit.
Und ich bin ja nicht alleine: SiemsensSelbstlernerComunity
BiWiBine sagt dazu am Fernstudientag als Bildungsreporter On Air