Gymnasium

Zur Schulreform in Hamburg und im Saarland – mehr als 140 Zeichen…

ponyQ

Wie Ungleichheit zu Ungleichheit führt: RT @N_Exner: Hamburg: reich wählt, arm nicht. Warum?: http://wp.me/pRkpy-iX #bildung #partizipation

aemaets via buzz
Wenn das jetzt so schlimm ist, dass die Reform in Hamburg gescheitert ist, und wenn die an den “Reichen” gescheitert ist, dann muss man den Reichen doch Dummheit statt ökonomischen Interessen unterstellen – es ist doch klar, wer ganz zum Schluss die mangelnde Bildung in einem Land bezahlt ….

aemaets
besser: wie kann man das ändern ? bestimmt nicht, indem man auf die Reichen schimpft, die ihre demokratischen Rechte wahrnehmen

aemaets
Ich scheitere einfach an den 140 Buchstaben beim Twittern … der tweetet mich nicht, wenn ich so viel schreibe.

ponyQ via buzz
Du meinst – die “Reichen” müssen schließlich später die Sozialleistungen für die Armen bezahlen … und haben trotzdem dagegen gestimmt ? Ich glaub halt nicht, dass alle “Reichen” so differenziert denken… und aus Hamburg kamen schon ganz schön elitäre Kommentare http://daserste.ndr.de/panorama/media/panorama408.html

aemaets via buzz
Ja, aber das Fernsehen sucht sich schon auch die raus, mit denen sich wunderbar polarisieren lässt. Wäre ich in Hamburg, hätte ich vermutlich auch gegen die Reform gestimmt ( so wie ich im Saarland auch gegen das 5. Grundschuljahr bin)

Meine Gründe lassen sich weder twittern noch in einem 2 minütigen Fernsehinterview darlegen, eben weil ich mir die Sache gründlich überlegt habe .

Es ist Blödsinn, den “Gebildeten” (und die sind ja wohl mit den “Reichen” gemeint) zu unterstellen, sie wollten allen anderen Bildung verweigern, um für ihre Sprößlinge einen Vorteil zu haben. Die richtig Reichen lassen sich auf das deutsche Schulsystem ohnehin nicht mehr ein, wozu gibt es private Schulen vor Ort und Internate im Ausland … und jeder, der ein bisschen überlegt ( und vielleicht hat das ja doch der eine oder andere Hamburger getan) weiß, dass wir gut ausgebildete Leute brauchen, um auch den Lebensstandard der “Reichen” ( ab welchem Einkommen reden wir überhaupt ?) halten zu können, dabei muss man gar nicht ans “Bezahlen” denken, unsere Wirtschaft funktioniert schlicht und ergreifend nicht nur mit gut ausgebildeten Gymnasiasten , da gehören mehr und andere dazu.

Unsere Kinder sind “durch” und trotzdem bin ich gegen das 5. Grundschuljahr im Saarland – nicht aus “Standesdünkel”, sondern weil ich die Art, wie die saarländische Regierung Reformen im Bildungsbereich unreflektiert durchpaukt und Zusagen und Versprechungen bricht, seit etlichen Jahren aus nächster Erfahrung kenne – und weil ich denke, sie sollten erst einmal die vielen begonnenen Reformen zu Ende bringen

  • Lehrpläne G8 und Abi-G8 müssten jetzt dringend nach dem ersten G8 Abi an der Realität gemessen d.h. überarbeitet werden, dafür ist keine Zeit, weil jeder die Reform plant
  • Schulbuchausleihe wie bisher hat sich als Quatsch erwiesen, wird auch nix gemacht, weil keine Zeit ist

Das ist die Sicht von Gymnasialseite – nicht weil ich das Gymnasium einseitig bevorzuge, sondern weil ich damit aus eigener Erfahrung einfach besser Bescheid weiß als mit anderen Schulformen – aber ich weiß, dass die Realschulen und Gesamtschulen auch jammern, weil viel begonnen und versprochen wurde und nix richtig zu Ende geführt wurde.

Mir konnte auch noch keiner sagen, ob aus dem G8 dann ein G7 werden soll und wie am Gymnasium der 9 jährige Stoff ( und die Gesamtanzahl der Stunden bleibt ja, weil das von der KMK so vorgeschrieben ist) in 7 Jahren vermittelt werden soll.

Alle weiterführenden Schulen ( auch Gesamtschulen und Realschulen) im Saarland klagen darüber, dass das Bildungsniveau bei den einzelnen Grundschulen zu unterschiedlich sei und es deshalb immer schwieriger würde, die Schüler aus den einzelnen Grundschulen innerhalb eines Schuljahres ( im Gymnasium war das bisher das 5. Schuljahr) auf ein gleiches Niveau zu bringen. Ein Jahr mehr Grundschule wird das nicht besser machen und den weiterführenden Schulen wird das Jahr genommen. Es macht keinen Sinn, einfach nur irgendwo ein Jahr anzuhängen ( Grundschule) oder wegzunehmen ( G 8 Gymnasium) , das ändert nichts an der Qualität des Unterrichts, der Ausbildung der Lehrer usw.

Wenn wir die Grundschule, wie sie bisher ist, um ein Jahr verlängern, lösen wir keine Probleme, wieso soll sich durch ein zusätzliches Jahr irgendetwas verbessern, was in den vorangegangenen 4 Jahren nicht gut gemacht wurde – das ist kein zeitliches Problem, sondern ein inhaltliches.

Warum also nicht mal in allen Schulformen inhaltliche Verbesserungen anstreben – warum nicht mal das Haus aufräumen und im Innern dringend notwendige Reparaturen vornehmen, anstatt noch einen Schuppen anzubauen ( für ziemlich viel Geld und Zeit, was ja eh hinten und vorne nicht reicht)

so … das wäre nur der Anfang meiner Meinung … kannst du aber gerne bloggen

noch ein Nachtrag:

Ich kenne mich mit dem Hamburger “Schulfrust” nicht aus, aber ich war gerade in Hamburg und da ist mir in nur 3 Tagen aufgefallen, dass Hamburg anscheinend ziemlich viele Privatschulen hat, die werben z.B. in der Hochbahn. Ziemlich viele Privatschulen lassen aber auch die Vermutung zu, dass das Vertrauen der Bevölkerung in die Leistungsfähigkeit der staatlichen Schulen ( und damit in die kommunale Bildungspolitik) sowieso nicht besonders hoch ist – vielleicht haben viele da in den letzten Jahren ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich im Saarland.

Ein ganz anderes strukturelles Argument: wie sieht es denn mit der vielfach geforderten beruflichen Mobilität innerhalb Deutschlands aus, wenn wir Eltern schon in der Grundschulzeit ihrer Kinder ein solches Problem mit auf den Weg geben ? Überall versucht man die Übergänge zu erleichtern ( z.B. Bachelor) und da schafft man unnötigerweise eine solche Hürde.

gebloggt – could be continued

Gymnasium für alle – genug Lehrer für keinen ?

Pressemitteilung

LEV Gymnasien fordert mehr Lehrer für alle Schulformen;
bessere Förderung nur mit ausreichender Personalisierung möglich:

„Wir, die Delegierten der LEV Gym, möchten noch einmal deutlich machen, dass uns nicht das Jammern auf hohem Niveau umtreibt, sondern echte Sorgen um die Bildung unserer Kinder“,

erklärt Joachim Klesen, Vorsitzender der LEV Gymnasien, in einem Schreiben an Ministerpräsident Peter Müller unter Bezug auf einen offenen Brief an Bildungsminister Klaus Kessler anlässlich der geplanten Kürzung von 42 Lehrerstellen an den Gymnasien.

„ Wir haben uns schon fast daran gewöhnt, dass viele Unterrichtsstunden ausfallen, aber weitere Einschränkungen werden wir nicht mehr länger mittragen. Teilweise ist der Unterrichtsbetrieb nur durch den Einsatz von Referendaren oder auch von Studenten noch vor dem Referendariat überhaupt aufrecht zu erhalten. Uns wurde immer wieder versprochen, dass es nach Weggang des Doppelabiturjahrgangs im letzten Jahr besser werden würde. Wir fordern nun die Einhaltung dieser Versprechen.“

Wenn auch andere Schulformen Bedarf an weiteren Lehrerstellen haben, müsse dieser gedeckt werden, ohne ein Loch an anderer Stelle entstehen zu lassen oder zu vergrößern. Eine bessere Förderung der Schülerinnen und Schüler kann nur durch eine ausreichende Personalisierung und mit einem angemessenen Schüler-Lehrer-Verhältnis realisiert werden. Die Delegierten der LEV Gymnasien haben daher von Bildungsminister Klaus Kessler einen eindeutigen Beleg für das nach seiner Rechnungen zu vermutendende, rein rechnerische Paradies an saarländischen Gymnasien verlangt. Sie wollen wissen, wo sich diese 42 nicht mehr benötigten Stellen tatsächlich an unseren Gymnasien befinden.

„Wir glauben, um auf die richtige Zahl der benötigen Lehrerstellen für das neue Schuljahr zu kommen, muss der Ansatz ganz einfach lauten: Wie viele Schüler sind an den Gymnasien vorhanden und viele Lehrerstunden braucht man, um ausreichend zu personalisieren“, so Klesen. „Diese Rechnung ist uns der Bildungsminister noch schuldig.“

Deshalb hat die LEV Gymnasien in einem offenen Brief Fragen an Bildungsminister Kessler formuliert und ihn aufgefordert, in den nächsten zwei Wochen zu antworten.

„Wir haben auch die Fraktionen des Saarländischen Landtages – insbesondere die Mitglieder des Haushaltsausschusses – aufgefordert, sich noch einmal eingehend mit der Personalisierung der Schulen zu befassen und bitten Sie Ihre Entscheidungen von tatsächlichen Fakten abhängig zu machen. Zum Wohle aller Schulformen.“

Joachim Klesen

(Spar-)Gymnasium für alle im Saarland ?

gerade bei mir angekommen:
Vortrag im Landtag und Überreichung eines offenen Briefes
zur Personalplanung an saarländischen Gymnasien

Unterrichtsausfall

Saarbrücken, 04.05.10

“Wir, die Delegierten der LEV Gymnasien, fordern vom Bildungsminister, Klaus Kessler, einen eindeutigen Beleg für das rein rechnerische Paradies (Anmerkung: Schmunzeln auf allen Rängen) an saarländischen Gymnasien.

Dazu haben wir in einem offenen Brief einige Fragen formuliert und mit dem Blick auf das Wohl – oder doch besser gesagt – das Wehe unserer Kinder, fordern wir ihn auf, uns in den nächsten zwei Wochen zu antworten.

Wir, die Delegierten der LEV Gym, können diesen Leserbrief (SZ) von heute nur unterstreichen, denn wir alle können seit Jahren Ähnliches vom Schulalltag unserer Kinder berichten.

Wir, die Delegierten der LEV Gym, fordern die Fraktionen des saarländischen Landtages – insbesondere die Mitglieder des Haushaltsausschusses – auf, sich noch einmal eingehend mit der Personalisierung der Schulen zu befassen und bitten Sie, Ihre Entscheidungen nicht von rein rechnerischen Zahlen, sondern von tatsächlichen Fakten abhängig zu machen – zum Wohle aller Schulformen (Anmerkung: Beifall von allen Seiten).

…und wir wüssten  gerne von dem Minister , wo sich 42 Lehrerstellen derzeit befinden.”

Offener Brief der Delegierten der Landeselternvertretung der Gymnasien

Personalisierung der Gymnasien

Sehr geehrter Herr Minister Kessler,
wie wir aus den Medien von Ihnen gehört haben, soll es rein rechnerisch einen Lehrerüberhang an den Gymnasien von derzeit 190 Stellen geben. Wir, die Delegierten der LEV Gymnasien, können dies nicht nachvollziehen und möchten Sie daher darum bitten, die Berechnung dieser Zahl öffentlich zu machen bzw. der LEV Gymnasien zur Verfügung zu stellen. Wir möchten detaillierte Angaben, wie sich die von Ihnen in die Diskussion gebrachte Zahl errechnet und zusammensetzt bzw. von welchen Gymnasien diese Lehrerstellen abgezogen und an die Gesamtschulen im Schuljahr 2010/2011 verlagert werden sollen.

… Bei allen Gesprächen/Sitzungen mit Ihnen bzw. Ihrer Vorgängerin/Ihrem Vorgänger waren die Unterrichtsausfälle ein wichtiges Thema (belegbar an Hand der Protokolle). Wir wurden immer um Geduld gebeten und uns wurde versprochen, dass mit dem Weggang des Doppel-Abitur-Jahrganges alles besser werden wird, d.h. sich die angespannte Personallage verbessern würde. Leider war in diesem Schuljahr davon nicht viel zu spüren, denn noch immer konnten etliche Stunden in den Gymnasien nicht vertreten werden, weil eine Lehrfeuerwehr unserer Meinung nach nie wirklich existierte. Wir lassen uns aber gern vom Gegenteil überraschen.

… mehr lesen:
Offener Brief der Delegierten der Landeselternvertretung der Gymnasien
Personalisierung der Gymnasien

Mein Eindruck:

klingt nach:
Gymnasium für alle,
die sich einen Nachhilfelehrer leisten können ?

“Für die einen ist Nachhilfe völlig normal. Für die anderen ist sie ein Beweis für große Lücken im staatlichen Schulsystem – und ein sozialer Skandal…”
mehr lesen: Gelernt wird am Nachmittag

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