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Kant: Raum und Zeit, Sinnlichkeit und Verstand

Raum und Zeit:

Alles, was wir wahrnehmen, nehmen wir zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort wahr. Die Wahrnehmung von Raum und Zeit ist also definitiv eine Erfahrung (Grüße an den Empirismus). Die Dinge, die ich wahrnehme, haben aber an sich weder die Eigenschaft “Raum” noch die Eigenschaft “Zeit”…höchstens groß, klein, grün, heiß, rauh…Die Wahrnehmung von Zeit und Raum ist also nichts, was den Dingen an sich “anhängt”, sondern gibt eine Beziehung zwischen Dingen an – also MUSS es einen Bezugspunkt für diese Wahrnehmung geben: MICH. Und die Wahrnehmung von Raum und Zeit kommt nicht von außen, sondern passiert in mir. (=innere Wahrnehmung)
Hat schon mal den Vorteil: Es gibt MICH. (siehe auch GRAFIK)
Und es gibt eine Wahrnehmung, die nicht mit den “äußeren Sinnen” erfahrbar ist – also gibt es einen VERSTAND. Und den kann ich zusätzlich zur “empirischen Erkenntnis” als Mittel zur “rationalen Erkenntnis” einsetzen.

Also: kein “reiner Empirismus” , aber auch “Kritik an der reinen Vernunft”.

“Ohne Sinnlichkeit würde uns kein Gegenstand gegeben, und ohne Verstand keiner gedacht werden.
Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind.”

Verstand und Vernunft:

Diese Begriffe werden heute in der Regel synonym verwendet.
Bei Kant war´s etwa so: Verstand ist der “Denkmuskel” , Vernunft ist das, was diesen Muskel lenkt…erkenntnistechnisch also noch eine Stufe oben drüber angesiedelt:

Verstand als Vermögen der Regeln im Unterschied zur Vernunft als Vermögen der Prinzipien

Regeln muss ich erst mal verstehen bzw. VERSTANDen haben, z.B.

Regel: Wenn man vom Hochhaus springt, ist das ungesund.

Vernunft (nunft = mittelhochdeutsch “nehmen” > ver-nunft= Freiheit, etwas zu nehmen…) ist das, was mich davon abhält zu springen, nachdem mein Verstand meldet, was er als Regel verstanden hat.

Kant zum Leib-Seele-Problem

Frage “Was kann ich wissen?”(Physik):

Das „Ding an sich” (Noumenon) ist nur als „Ding für uns” in seiner Erscheinung (Phänomen) erfahrbar.
heißt:
Der Leib ist nur als Erscheinung erfahrbar.
Die Seele ist nur als Erscheinung erfahrbar.

also gilt:
Die Frage nach der tatsächlichen Substanz der beiden Erscheinungen ist nicht zu beantworten.
damit ist
das Leib-Seele-Problem kein Gegenstand der Wissenschaft.
In der Metaphysik, Frage “Was kann ich hoffen?” gilt:

“Vom Übersinnlichen ist, was das spekulative Vermögen der Vernunft betrifft, keine Erkenntnis möglich.”
Ich kann nicht beweisen, dass es einen Gott gibt.
Ich kann nicht beweisen, dass es keinen Gott gibt.

Aus lebenspraktischen Gründen mach ich aber auf jeden Fall, „als ob” es einen Gott gäbe.

> Gott, Seele, Freiheit als „regulative Ideen” = sinnstiftende Illusionen

etwa:
Am Ende des Wissen scheint es „vernünftig”, zu glauben:
>an einen Gott, der die Schöpfung auf den Weg gebracht hat
>an eine unsterbliche Seele mit dem Bestreben, moralische Vollkommenheit zu verwirklichen
>an den freien Willen

Kant: transzendental-logisches Ich

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