lernen

Studieren im web 2.0

Diskussion: ” Wie kommt das eLearning in die Hochschule ? “  auf dem Blog Hochschulballett

These 1:
Studierende wissen zu wenig über die Möglichkeiten, die Online-Lernangebote Ihnen eigentlich bieten (könnten).
Gleichzeitig sind sie als Gruppierung nicht die Digital Natives, für die wir sie gerne halten.

These 2:
Lehrende haben oft Angst vor Mehrarbeit oder Überforderung, die Ihnen durch den Einsatz von Online-Bausteinen in Ihrer Lehre entstehen könnte. Sie haben maximal Grundkenntnisse über die vorhandenen Techniken, die aber nicht ausreichen – didaktische Beratung und Unterstützung sind notwendig. Andererseits sind viele Möglichkeiten unbekannt und E-Learning wird als „großes Unbekanntes“ und damit eher als bedrohlich statt als nützlich wahrgenommen.

These 3:
Studierende haben Bedarfe – die ganz sicher noch genauer unter die Lupe genommen werden müssen als bisher, damit wir ihnen nicht Anforderungen in den Mund legen, die gar nicht vorhanden sind. Wenn Studierende diese Bedarfe artikulieren und transparent machen können und Lehrende nicht nur technisch, sondern auch didaktisch unterstützt werden, kann E-Learning an Hochschulen erfolgreich sein.

These 4:
Das Grundproblem besteht aber nicht nur in mangelnder Information und Kommunikation auf beiden Seiten, sondern auch in einer Geringschätzung der Lehrtätigkeit.

Kommentare (dort) erwünscht !

Feedback ist ein Geschenk

Eintrag geklaut von Hannes Gebhardt ( ;) danke!)

Wenn du glaubst,
etwas als Wahrheit erkannt zu haben,
so halte es dem anderen hin wie ein Mantel,
in den er hineinschlüpfen kann,
schlage es ihm aber nicht wie ein nasses Handtuch um die Ohren
(Max Frisch)

Grundregeln:

  • Das Feedback ist ein “Geschenk”
    - entweder, jemand bittet darum oder Du fragst vorab, ob Dein Gegenüber es überhaupt haben mag.
  • Die Inhalte sind nicht pauschal,
    sondern konkret und an gemachter Erfahrung nachvollziehbar
  • Das Feedback bleibt UNKOMMENTIERT.
  • Der Empfänger mag sich herausnehmen, was für ihn wichtig und richtig erscheint.
  • Keine Diskussion,
    zumindest nicht im Rahmen des Feedbacks
  • keine pauschalen “Wahrheiten”,
    sondern IMMER aus eigener, subjektiver Wahrnehmung heraus
    Der Feedbackgeber beschreibt nur seine persönlichen Wahrnehmungen und Beobachtungen, sowie die Gefühle, Empfindungen, Fragen und Überlegungen, die diese in ihm auslösen. Keine Vorwürfe, keine Bewertung, keine Moralisierei. Er ist sich stets bewusst, dass seine Wahrnehmungen und Beobachtungen subjektiv sind und dass er sich irren kann
  • KEINE Verneinungen
    … wenn Dir eine Verneinung auf der Zunge liegt, frage Dich: was will ich statt dessen?
  • Beurteile das “Handeln”, nicht das “Sein”.

Feedback beschreibt eine Wechselwirkung

Fragen, die für den Feedback-Geber interessant sind:

  • Wie genau wirkt mein Gegenüber auf mich?
  • Was löst es in mir aus und was bedeutet das für mich?
  • Kenne ich diese Reaktion auch in anderen Kontexten?
  • Welche eigenen Werte oder Glaubenssätze werden hier eventuell berührt?

Der Feedback-Nehmer könnte sich fragen:

  • Was sagt mir die Mitteilung?
  • Wo Finde ich mich wieder? Wo eher nicht?
  • Weckt die Aussage in mir eine Erkenntnis?
  • Erkenne ich meine Anteile? Bin ich bereit, dafür Verantwortung zu übernehmen?
  • Wo bemerke ich starke Reaktionen? Will ich etwas mit aller Gewalt nicht wahrhaben?

(vgl. Irene Klein Methodenpool der Uni Köln)

Ablauf (Kurzfassung):

Feedbackgeber:

  • Was hast Du an Positivem beobachtet?
    Was hat Dir gefallen?
    Was hat es in Dir ausgelöst?
    (hierbei wird nicht nur der Feedback-Empfänger in einen wohlwollenden Zustand gebracht, viel wichtiger: Du selbst veränderst Deine Wahrnehmung bezüglich des Angesprochenen – die Chance für ein wirklich konstruktives Feedback steigt bei beiden Teilnehmern)
  • Was hast Du an Negativem beobachtet?
    Was hat Dich gestört?
    Was hat es in Dir ausgelöst?
    Äußere es respektvoll!
  • Was wünschst Du Dir für die Zukunft vom Feedbacknehmer?
  • Bedanke Dich bei ihm.

Feedbacknehmer:

  • Bedankt sich am Ende. Keine Kommentare. Später vielleicht.

Es macht Sinn, den Ablauf öfter zu üben – was anfangs noch etwas gestelzt wirken mag, wird mit steigender Übung…. geschmeidig :)

edit(h) sagt: wir ändern es, bis es annährend perfekt erscheint ;) 

Studie zu Motivation im Fernstudium – wer macht mit ?

via SieSeCo:

Eine Kommilitonin, die gerade ihre B.A. Arbeit schreibt, sucht noch Studierende – bevorzugt noch relativ am Anfang (erste drei Semester) des Studiums, die an einer Studie zum Thema Motivation im Fernstudium teilnehmen. Die Studie wird im Mai beginnen, etwa 6 Wochen lang dauern und in dieser Zeit über persönliche Gespräche und ein zu führendes Lerntagebuch Euer individuelles Lernen im Fernstudium begleiten.

Wer mitmachen möchte bitte melden, ich stelle dann gerne den Kontakt her.

Liebe Grüße, Sabine

Schade – ein bisschen “Lernreflektion” täte mir wahrscheinlich gut – siehe “Lernen bis zum Schluss” und dann doch nicht fertig werden… :(   Ich bin aber leider nicht mehr so ganz am Anfang …

Bitte meldet euch bei Sabine oder bei mir.

Robbie rennt.

“Dann besorgen Sie sich schon mal gute Laufschuhe ;) ”…

So endet der Übergabe-Bericht der Integrations-Erzieherin anlässlich der Einschulung von Robbie.

Robbie, Autist, taubstumm – er kennt 3 Zeichen: gut, warte, ohweh.

Und er rennt. Aus dem Gruppenraum, vom Spielplatz, auf die Straße, oder einfach weg.
Unrufbar taub, kein Blickkontakt.
Also hinterher rennen – oder festhalten, wenn grade keine Extra-Betreuung  zum Rennen abgestellt werden kann.

Pause auf dem Spielplatz:

Robbie rennt.
Ich renne hinterher und bringe ihn zurück.
So kennt er das. Seine Welt funktioniert.

GRENZE:
eingefangen und irgendwohin gezogen werden

Robbie rennt.
Ich renne hinterher und bringe ihn zurück.
Ich behalte ihn an der Hand. Er tobt. Er weint.
Ich halte ihn trotzdem fest. Er beruhigt sich.
Ich lasse ihn los.

Robbie rennt wieder.
Ich renne hinterher und bringe ihn zurück.
Ich halte ihn fest. Er tobt. Er weint.
Ich halte ihn trotzdem fest. Er beruhigt sich.
Er (er)wartet, dass ich ihn loslasse.
Ich halte ihn fest. Er tobt. Er weint.
Ich halte ihn trotzdem fest.

Zum 1. Mal schaut er mich an – mich, das Hindernis *.
(einige andere schauen mich auch an – mich, den Kinderquäler ;) )
Bis zum Ende der Pause bleibt er an meiner Hand.
Quengelt, beschwert sich, ist still, guckt mich einfach an.

Pause auf dem Spielplatz:

Robbie rennt.
Ich renne hinterher und bringe ihn zurück.
Ich lasse ihn los – und bleibe “auf der Grenze” stehen.
Er schaut mich an.

Ein Schritt vor – ein Blick zu mir. Ich schüttele den Kopf, drohe mit dem Finger.
(nicht lachen, das Zeichen kennt er halt…)
Ein Schritt zurück – ein Blick zu mir. Ich klatsche, Daumen hoch!
Ein Schritt vor – ein Blick zu mir. Ich schüttele den Kopf, drohe mit dem Finger.
Ein Schritt zurück – ein Schritt vor – Schritt zurück – zwei Tippelschritte vor – ein Satz zurück
… er schaut mich an – lacht.

Ein berechenbares “Wenn-Dann” mehr in seiner unberechenbaren Welt.

Mit diesem “Tanzschritt” klären wir noch andere für Robbie bisher unsichtbare – nicht nachvollziehbare,  nicht wahrnehmbare – Grenzen, z.B. die Sicherheitszone um die Schaukeln, den Gruppenraum, den Bürgersteig…

Und Robbie rennt. Frei. Bis an die Grenzen.

GRENZE:
frei bewegen dürfen
ohne eingefangen und irgendwohin gezogen zu werden

*Das “Sei ein Hindernis” hab ich von einem  Gebüsch gelernt
- aber das ist eine Geschichte, die ich noch nicht aufgeschrieben habe.

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