Artikel-Schlagworte: „Medienpädagogik“

Kindertage

Je Ferien, desto Kinder…

Meine Bank nennt es “Arbeit” (oder “Erwerbstätigkeit” oder “Es kommt Geld rein”).

Mein sonst eher hyperaktives Gehirn nennt es “Urlaub” und lässt sich von der baumelnden Seele träge in der Sonne schaukeln.

Die Hunde sind wahrscheinlich der Meinung, die Kinder seien nur für sie da: so viele zusätzliche Futter-, Streichel- und Spieleinheiten.

Die Pferde haben “Kinder” als seltsame, aber harmlose Herdenmitglieder akzeptiert – die  “Besuchsherde” planscht aus irgendwelchen Gründen ständig in dem neuen bunten Tränkebecken und quiekt dabei… egal, in der Zeit will wenigstens keiner auf dem dicken Pony sitzen.

Geschäftstüchtige Pädagogen nennen es

(Von der “Verpädagogisierung” normaler Kinderwelten bin ich grad nicht so begeistert – Erlebnispädagogik war bei mir früher, wenn ich´s nicht über den Bach sondern nur bis in den Bach geschafft hatte und entsprechend nass und in deutlichen Widerspruch zu Mamas “Bleib vom Bach weg” nach Hause gekommen bin… kennt ihr dieses “Erlebnis” ? … die unterschiedlichen Emotionen von “Ich trau mich nicht zu springen” über “Scheisse” bis “Auweia” ?)

Wie es die Kinder wohl nennen ?

wohlig träges frühabendliches *seufz*

(Kein Wunder, dass manche Eltern irgendwann meinen, ich müsste den Stundensatz eigentlich IHNEN bezahlen, dafür, dass ich ihre Kinder mitbenutzen darf ;) )

“Es kommt darauf an, was man daraus macht”

Das Internet

- für mich und viele andere ein

  • Informationsmedium
  • Kooperationsraum
  • Kreativzimmer
  • … ein Raum voller Möglichkeiten:
    #(politische) Bildung   #eLearning #Social Media  #Medienpädagogik   #…

- oder doch ein Raum voller Gefahren ?
#Abzocke  #Sucht   #Beleidigung   #Extreme  #Cyber-Mobbing  #….

Schon die Beschreibung  “Infoveranstaltung zu Gefahren im Internet”
klingt nach erhobenem Zeigefinger und Bewahrpädaogik… brrrr.
Aber was will man von einem Dozententeam “Polizist und Computermann” ohne pädagogische Ausbildung auch sonst erwarten…

Einer der Einführungssätze: “Man kann sich dem Internet nicht ganz verweigern.”
Dann zwei Stunden lang Informationen zur dunklen Seite des Internets
samt anschaulichen Beispielen für mögliche Horroszenarien
- unterlegt mit dem ständig wiederkehrenden Hinweis: “Dies ist eine Straftat

Beispiele für Positivnutzung ? – gefühlte 2,5
- die wahrscheinlich die meisten der Zuhörer im Banne des Bösen gar nicht wahrgenommen haben.

Bis jetzt: alle Erwartungen bestätigt.

Dann das “Schlussplädoyer”:

Das Problem ist:
Die Kinder können etwas, von dem die meisten Erwachsenen keine Ahnung haben.
Dieses Problem kann nicht mit einem Computerverbot, dem Kappen der Internetverbindung, Suchmaschinenfiltern oder ähnlichem gelöst werden.
Arbeiten Sie an Ihrer eigenen Medienkompetenz !
Lassen Sie sich von Ihren Kindern zeigen, wie es funktioniert
- und bringen Sie Ihre (Lebens-)Erfahrung an den richtigen Stellen ein!

Kontrolle funktioniert nicht – Vertrauen ist besser!

An irgendeiner Stelle sogar das “klassische” Anti-Bewahrpädagogik-Argument:

Ein “computerzwangsbefreiter” Jugendlicher wird eben nicht an seinem 18.Geburtstag mit der Anschaffung eines eigenen Computers von jetzt auf gleich medienkompetent.

“Zeigefinger-Pädagogik” ?
Die letzten Bemerkungen machen mich doch neugierig.

Ich frage:
“Wie verhält es sich denn nun mit der Positivnutzung  und
warum ist kein Medienpädagoge mit entsprechenden Angeboten im Präventionsteam ?”

Die Antwort beschreibt ziemlich genau die Situation,
die auch in der Studie “Medienbildung – (k)ein Unterrichtsfach?” erfasst wurde
(ausführlich diskutiert hier:Vom Teufelskreis fehlender Medienbildung ) :

Wünschenswert wären medienpädagogisch geschulte Lehrer, die vor Ort in den Schulen, im Unterricht,
medienpädagogisch arbeiten und Medienkompetenz vermitteln könnten.
Tatsächlich gibt es aber im derzeitigen “Lehrerbestand” nur ganz wenige (etwa 2 ??), die sich mit diesem Thema auseinandersetzen.
Maßnahmen zur entsprechenden Ausbildung der Lehrer laufen zwar (an)
- aber “Alles viel zu spät”, stellt der Polizist bedauernd fest.

Mein Fazit:

Natürlich stehen angesichts des Mottos
“Wir sagen es Ihnen: Einfach und leicht verständlich erklärt.
Kein Fachchinesisch- auch für Laien !”

viele “ABER!” im Raum…

ABER… mein Internet bestand bis vor etwa 3 Jahren noch aus dem

  • “guten Internet” (ebay, wikipedia, google-Bildersuche) und dem
  • “bösen Internet” (Viren, Datenklau, Abmahnungen, versteckte Gebühren…)

- Differenzierung ausgeschlossen.

Und ohne medienkompetente (Dauer)Betreuung hätte ich wahrscheinlich auch schon zumindest die eine oder andere Abmahnung  oder “versehentliche” Rechnung bezahlen müssen – und in viele Bereiche hätte ich gar nicht vorzudringen gewagt… das Thema “Internet” vielleicht schon längst ad acta gelegt ?

Leider ist “medienkompetente Betreuung” an vielen Stellen eher die Ausnahme als die Regel.
Und bis sich das ändert, braucht es vielleicht klare Aussagen ohne verwirrende Differenzierungen zur Schadensbegrenzung.

… und ich denke … und sortiere…

Für die einen ist es ein “Entdecke die Möglichkeiten!” -
für die anderen ein “Pass bloß auf!”

Für die einen klingt das “Pass bloß auf!” nach Zeigefinger-Pädagogik -
für die anderen ist es vielleicht eine Art “lebensrettende Sofortmaßnahme”:

Wenn das Kind erst in den Brunnen gefallen ist, wird es schwer bis unmöglich, seinen Eltern (und allen Verwandten, Bekannten … anderen Kindern und deren Eltern…) den Brunnen als “Entdecke die Möglichkeiten” näher zu bringen…

Klar wäre es der Sache “Internet” zuträglicher, wenn es dank entsprechender Kompetenzen gar nicht erst zu solchen “Brunnenfällen” kommen könnte.

Aber bis sich die Kompetenzlücken “ausgewachsen” haben, wird es im ungünstigsten Falle noch ein paar Jahre dauern…
Und bis dahin kann es ja – bei allen offenen Diskussionspunkten angesichts der Frage nach “sinnvoller Präventionsarbeit” -  nicht ganz verkehrt sein, die Generationen (Kinder, Eltern, Lehrer…) da abzuholen, wo sie (eben leider zu einem großen Teil noch ?) stehen.

Das wär dann mal meine Meinung zu dem Vortrag gestern ;) – und wie ist eure ?

DSDS ins Klassenzimmer !

Medienkompetenz fördern und fordern mit DSDS:

Warum nicht mal ein paar Sequenzen Casting-Show, Dokusoap oder Coaching-Show mit den Jugendlichen selbst drehen – und anschließend mit ihnen zusammen schneiden ?

Links:

von mediamanual:   Castingshows

mediamanual.at ist die interaktive Plattform des [österreichischen] Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur für die aktive Medienarbeit an der Schule. Wir bieten Informationen, Lectures, Workshops zu Film & Video, Computer und neuen Medien. Darüber hinaus unterstützen und beraten wir Sie gerne bei der praktischen Medienarbeit. Informieren Sie sich über unseren umfassenden Service.”

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