Wie hältst du dein Lernen auf Kurs ?
Öhm – gar nicht. Ich bin lernarrogant – ich lerne, was mich interessiert.
Und wenn ich den interessanten Sachen folge, komm ich immer wieder vom “geplanten” (oh ja – ich plane schon manchmal… meistens plan ich, dass ich einen Plan planen könnte…) Weg ab und verstöbere mich in den Tiefen und Weiten des Stoffes… von rechts nach links durch´s Internet, hier und da ein Büchlein… Und dann 2 Wochen vor der Klausur noch dabba bei anderen die Zusammenfassungen zu dem abgreifen, was mich selbst nicht so toll angesprochen hat – oder wo ich vor lauter kreuz und quer nicht mehr bis hin gekommen bin.
Wenn ich mir die Rosinen mangels Vorhandenseins nicht aus einem Stoff rauspicken kann, versuche ich meine Volition (irgendwo hab ich wohl eine ganz kleine…) mit Lernmusik und neuer/ interessanter Arbeitssoftware (xmind, impress,prezi, inkscape, photoshop, musicmaker, audacity…) zu unterstützen, indem ich die Schweinehunde ablenke.
Eigentlich erstaunlich, dass ich überhaupt irgendwie manchmal dort ankomme, wo ich laut “Lernziel” ankommen sollte…
Und weil ich glaube, dass Locutus01 da ein besseres (organisierteres) Vorbild in Sachen Kurshalten ist, geht diesmal genau die gleiche Frage zurück an cubeworld.
Sollte dein Wissensmittler für dich auch irgendwie interessant sein ?
Jo, sollte er. Und bitte auch sympathisch.
Wobei sich meine Kriterien für “interessant” und “sympathisch” im Laufe der Zeit geändert haben.
Als (kleines) Kind fand ich jeden interessant, der etwas wusste, was mich interessierte – und sympathisch wurde er mir spätestens dann, wenn er sein Wissen bereitwillig an mich weitergab (bzw. weiterzugeben versuchte ^^)
Als (größeres) Kind fand ich zunehmend andere Sachen interessanter als die, die man mir zu vermitteln versuchte… meine Lernbereitschaft beschränkte sich auf Lehrer (im weitesten Sinne), die mir schon vorab und grundsätzlich sympathisch waren.
Für die unsympathischen Lehrer in der Schule hab ich auch ab und zu gelernt – war ein Statement: “Ich könnte, wenn ich wollte. Aber ich will nicht”
Praktischerweise bin ich dann irgendwann an einen Punkt gekommen, an dem mir die eigene Begeisterung des Lehrers für seinen Stoff den Lehrer irgendwie sympathisch und seinen Stoff damit interessant machte.
Und inzwischen hab ich gelernt, dass nicht alles, was begeistert und begeisternd und im Brustton der Überzeugung an Wissen vermittelt wird, auch tatsächlich “richtig” ist. (Das Ende des Gurus
)
Und ich lerne am liebsten von Menschen, die von “ihrem Thema” ehrlich begeistert sind – dabei aber (selbst-)kritisch und offen für andere “Wissensergebnisse” bleiben und sich und anderen auch mal einen Irrtum zu- und eingestehen.
Da ich es aber von mir selbst kenne, dass ein gewisser “Guru-Faktor” schon irgendwie anziehend ist:
Zurück an cubeworld und Locutus01 mit der Frage:
Was macht guru-ähnliche Wissensvermittler so attraktiv ?
Antwort hier
“Eigentlich rede ich nicht mit Politikern”
höre ich mich sagen – zu dem Politiker, mit dem ich gerade rede.
Ups ![]()
- aber okay: Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage ?
Und während ich mein Statement noch etwas ratlos betrachte,
fragt der Politiker natürlich schon:
“Warum nicht?”
Kurz: @UlrichCommerçon
Gebissen hat er nicht.Er hat sich höchstens ein Grinsen verbissen.
Meine Spontanerklärung: “Zu weit weg”.
Prima. Jetzt weiß ich also, was ich denke. Da kann ich nun gemächlich zum Nach-Denken übergehen.
Hier also meine gesammelten impliziten Einstellungen zum Thema Politik(er):
- Warum soll ich mich für Politik interessieren ? Politik interessiert sich ja auch nicht für mich.
- Was an Politik in den Fernseh- oder Radio-Nachrichten erscheint oder in der Zeitung steht, ist ja eh schon “gemacht”.
- Leserbriefe ? Wer liest die denn ? Das interessiert doch höchstens die anderen, die sich auch ärgern.
- Politiker interessieren sich nicht für Bürgermeinungen. Die wollen meine Stimme nicht hören, sondern sehen – als Kreuz auf dem Stimmzettel.
- Mit einem Politiker reden ? Der leiert doch nur seine Phrasen und aufgeblasenen Argumente runter und haut mit nicht nachvollziehbaren statistischen Zahlen um sich. Motto: Wer nicht für mich ist, ist gegen mich – und muss davon überzeugt werden, dass ICH recht habe.
- Mit einem Politiker reden ? Erst, wenn ich selbst erfolgreich eine Ausbildung “Rhetorik für Politiker” abgeschlossen habe.
(keine Schleichwerbung – will nur sagen: das gibt es tatsächlich) - Bis ich meine Ideen “politikfähig” recherchiert, sortiert und formuliert habe, sind die schon beim nächsten Thema.
- Politiker ? Das sind doch die, die immer eigentlich “unanwesend” und unpersönlich einstudierte Reden bar jeglicher Authentizität, dafür voller Schlagwörter und doch so inhaltsleer… ihr wisst schon, was ich meine.
Deshalb rede ich eigentlich nicht mit Politikern.
Ob ich mit einem Menschen aus meiner Twitter-Timeline rede ? Auch “offline” ?
Klar. Den hab ich ja deshalb in meiner TL, weil ich von seinen Inputs (Outputs?) profitiere und mich seine Ideen interessieren.
Find ich doch nett, diesen Menschen mal “in echt” zu treffen… und die Online-Kommunikation via Twitter und Blog(-kommentare) mit etwas “Face-To-Face” zu ergänzen.
Deshalb rede ich jetzt mit einem Politiker…
Von konsequenter “politischer Abstinenz” (konnte früher locker auch mal ein paar Wochen ohne Nachrichten gemütlich vor mich hinleben) bin ich nach etwa einem Jahr Bloggen und vor allem über meine nunmehr 4 Monate Twitter-Account irgendwie hier gelandet.
Wie ist mir das nur passiert ?
Bin ich das Opfer einer politischen Twitter-Marketing-Kampagne ?
Ich hier als Beweis für die Wirksamkeit diverser Marketing-Strategien ?
- Mere-Exposure-Effekt:
Mit der Häufigkeit des Kontakts steigt das Gefühl der Vertrautheit. Mit dem Gefühl der Vertrautheit steigt die Sympathie.
Als “Kontakt” wirkt dabei schon der wiederholte, kurzzeitige gemeinsame Aufenthalt im gleichen (Cyber- ?) Raum. - Schnelles Feedback steigert die Motivation…
und Twitter ist schnell
@ponyQ Danke für RT! Und für den tollen Kommentar auf macht-bildung.de
@ponyQ Coole Idee. Wir kümmern uns.
@ponyQ Und? Hat er gebissen?Im Ernst: Interessiert mich, was beim Nachdenken rauskommt!
(weshalb ich manipulmotiviert jetzt hier rumtexte – statt was für´s Studium zu tun…)
Hm.
Ein Beweis bin ich auf jeden Fall.
Aber als Opfer fühle ich mich nicht – eher als Lerner.
Ich lerne was über Diskutieren, politische Bildung, Demokratie – und sicher auch zusätzlich einiges, was ich im Moment noch gar nicht benennen kann.
“Demokratie lebt von Austausch, Dialog und Mitbestimmung”
lese ich da.
Eine Demokratie ist mehr als eine Form der Regierung; sie ist vor allem eine Form des Zusammenlebens, der gemeinsam kommunizierten Erfahrung. Eine demokratische Gesellschaft muss daher in Übereinstimmung mit ihrem Ideal [...] dem Spiele verschiedenster Gaben und Interessen im Sinne geistiger Freiheit Raum gewähren.
meint John Dewey (1964)
Und Piaget kam bei seinen Untersuchungen zur Entwicklung der Moral (=> Werte => Regeln, die demokratisch ausgehandelt werden) zu dem Schluss, dass tatsächlicher Austausch als Grundlage “verinnerlichter” Werte nur unter Gleichberechtigten ohne Anwesenheit von Autoritäten funktionieren kann:
Il en est de même en ce qui concerne la vie intellectuelle. La coopération entre enfants développe, avec la discussion, le sens du contrôle et le sens de la cohérence logique. Replié sur lui-même, l’enfant reste dans le rêve. Aux prises avec l’adulte, il est écrasé par une vérité qui reste extérieure à sa pensée. En collaboration avec ses proches, par contre, il développe tout à la fois sa personnalité et le culte de la vérité impersonnelle et objective.
La règle morale chez l’enfant (Jean Piaget)
Twitter, Blogs und andere Möglichkeiten des web2.0
als Mittel zu “Austausch, Dialog und Mitbestimmung” ?
Demokratie lernen und üben im Internet ?
Was mir dazu einfällt:
zum Aspekt “Austausch unter Gleichberechtigten”:
140 Zeichen reichen entweder für “authentische” Kommunikation oder für eine im Vergleich dazu wenig kommunikative Wortsammlung wie z.B. einen Hinweis auf Status(unterschiede) – 140 Zeichen fördern also gleichberechtigte Kommunikation ?
(eine These, zu der sicher irgendjemand schon eine empirische Studie gemacht hat oder spätestens ab jetzt machen will ?)
zu den Aspekten “Dialog” und “geistige Freiheit”:
Mein Kommentar unter einem Blogartikel ist kein (ungelesener ?) Leserbrief in einer Zeitung, in der morgen die Kartoffelschalen zu den Hasen transportiert werden (ich mag das “Fischeinwickel-Bild” nicht
) - sondern jederzeit nachlesbarer Bestandteil einer Diskussion: andere Personen können sich in weiteren Kommentaren darauf beziehen (oder zumindest mit “Daumen hoch – Daumen runter” ein kurzes Feedback geben).
Wieso ich mich beim Kommentieren auf einem Blog nicht zur “wissenschaftlichen Ausarbeitung” meiner Argumente/Ideen bemüßigt fühle, sondern eher unbeschwert (und “geistig frei” bis frei von geist… ) drauflos schreibe ? Keine Ahnung. Vielleicht, weil ich dort die Möglichkeit zu weiteren Wortmeldungen habe, falls ich im Verlauf der Diskussion etwas ergänzen, differenzieren oder auch zurücknehmen will ? Weil ich – wenn´s gut läuft – mitverfolgen kann, wie andere das in ihren Kommentaren für mich übernehmen – und mir durch ihr Feedback helfen, meine Ideen zu sortieren und auszuformulieren – oder neue Ideen zu entwickeln ?
Was sagt ihr ? Seh nur ich Blogs und Blogkommentare als “niedrigschwelligen Einstieg” in Sachen (politische,demokratische,… ) Meinungsäußerung ?
- “Auf Blog kommentieren” zum Abbau von eventuell vorhandenen Diskussionshemmungen durch den Erwerb von Diskussionskompetenz ? (wo ist/wer macht die Studie dazu ?
)
Wahrscheinlich habt ihr (… @JayRachel , @beatnig , @all ) zum Thema Demokratie 2.0 noch mehr Erfahrungen und Ideen ?
Ich bin ja noch ziemlich neu im web2.0. und ganz neu in diesem Demokratie-Ding
- und derzeit noch vollauf mit dem wackeligen Übergang von Online- zu Offline-MachMit beschäftigt.
Meine Gedanken zum Offline-Austausch häng ich dabba noch als PDF(eedback) an.
Und jetzt studier ich mal ein bisschen.
Studie zu Motivation im Fernstudium – wer macht mit ?
via SieSeCo:
Eine Kommilitonin, die gerade ihre B.A. Arbeit schreibt, sucht noch Studierende – bevorzugt noch relativ am Anfang (erste drei Semester) des Studiums, die an einer Studie zum Thema Motivation im Fernstudium teilnehmen. Die Studie wird im Mai beginnen, etwa 6 Wochen lang dauern und in dieser Zeit über persönliche Gespräche und ein zu führendes Lerntagebuch Euer individuelles Lernen im Fernstudium begleiten.
Wer mitmachen möchte bitte melden, ich stelle dann gerne den Kontakt her.
Liebe Grüße, Sabine
Schade – ein bisschen “Lernreflektion” täte mir wahrscheinlich gut – siehe “Lernen bis zum Schluss” und dann doch nicht fertig werden…
Ich bin aber leider nicht mehr so ganz am Anfang …
Geschichten vom “sturen Downi”
Etwas lieblos - dabba dabba, wir haben doch keine Zeit und wer weiß, wie lange Lina jetzt überhaupt Interesse an dem Ganzen hat - schneide ich drei kleine gelbe Sterne aus dem Karton.
Namensschilder für die Weihnachtsgeschenke sollen das werden: Mama, Papa, Sarah … eine Kerze, ein Gummi-Entchen (hihi), ein Textmarker.
Lina hat sie im Einkaufszentrum selbst für jeden ausgesucht und bezahlt.
Mehr beiläufig und aus “pädagogischer Höflichkeit” frage ich:
“Schreibst du die Namen drauf ? Oder soll ich das machen ?” - Ich natürlich…vor allem, wenn ich in der Aufzählung am Schluss stehe – und Lina sich aus Bequemlichkeit ja immer für das Letztgehörte entscheidet…leicht manipulativ – aber ich weiß ja auch nicht, wie lange sie überhaupt Interesse… -
“Ich”, sagt Lina. - Huch, denke ich. Das kriegt sie nicht hin…dann ärgert sie sich…lässt alles liegen…ich mach´s dann für sie…und sie fühlt sich wieder doof und unfähig…keine gute Pädagogik – denke ich. -
Sagen tu ich – als hätte ich nix anderes erwartet: “Okay – ich schreib´s dir vor.” Tatsächlich erwarten tu ich ein bisschen unleserliches Kritzelkratzel - und überlege schon, ob es wichtiger ist, dass der Richtige das richtige Geschenk kriegt…oder dass Lina jetzt und hier das Gefühl hat, sie kriegt das hin, ohne dass ich noch was dazu schreibe…aber spätestens, wenn´s nachher keiner lesen kann…3-Sekunden-Pädagogik-Gewitter… -
Ich schreibe vor, Lina malt ab. Ich sage “hoch”, “runter”, “Kopf”, “Bauch” … - keine Ahnung, wie man Buchstaben be-schreiben kann – schlechtes Gewissen, das sollte ich doch eigentlich…egal -
… hups…kurz Radieren - ohweh, jetzt ist sie beleidigt und hat keine Lust mehr ? - es stört sie gar nicht, sie arbeitet immer noch hochkonzentriert.
Die Sterne sind natürlich viel zu klein (die waren ja auch für mich …*hüstel*). Die Buchstaben passen nicht hintereinander (mein Fehler). Deshalb stehen sie jetzt neben- und übereinander. Sie sind auch nicht alle aus dem deutschen Alphabet.
Aber die Namen sind lesbar. Lina ist zufrieden. Nicht mal besonders stolz – nur einfach zufrieden.
Ich bin stolz. Und ein bisschen erschüttert. Und ein bisschen beschämt….während Lina engelsgeduldig - wow ! trotz Problemen mit der Feinmotorik - die gelochten Sterne mit Geschenkband an die Päckchen knotet – und anschließend noch mit der Riesenschere das Geschenkband kräuselt - äh – Probleme mit der Feinmotorik ?…
Linas Schule sagt:
Lina ist zu faul zum Schreiben. Die hat da einfach kein Interesse dran.
Psychologie sagt:
- Andere Leute teilen mir indirekt durch ihre Reaktionen mit, wie sie mich einschätzen.
- Die indirekten Mitteilungen beeinflussen meine Selbsteinschätzung.
- Meine Selbsteinschätzung beeinflusst meine Motivation und meine Leistung.
aus einer Fragebogenstudie von Weiner, Graham, Stern und Lawson 1982
- Stellen Sie sich folgende Situation vor:
Schlechte Note des Schülers und Reaktion des Lehrers -
Ärger, Schuld, Mitleid, Überraschung oder Traurigkeit - Auf welche Ursache führt wohl ein ärgerlicher, mitleidiger… Lehrer den Misserfolgs des Schülers zurück ?
z.B. mangelnde Anstrengung, fehlende Fähigkeiten… - …zu welcher Selbsteinschätzung führt das wohl beim Schüler?
- … usw.