paralogismus

Kant: transzendentale Dialektik

Zur Zeit Kants gab es 2 Arten von Logik (“Anleitungen zum Denken”):

Analytik = Lehre vom logisch notwendigen Schließen
Dialektik = Lehre von den bloß wahrscheinlichen Schlüssen
(man stellt zwei Annahmen nebeneinander und diskutiert diese)

Kant kritisiert die Annahme, dass man über die Dialektik überhaupt zu irgendwelchen “gültigen” Schlüssen kommen kann -

Aussage der Dialektik:
Es gibt Wissen a priori (vor der Erfahrung) -
mit diesem Wissen kann ich eine entsprechende Erfahrung machen -
mit dieser Erfahrung kann ich mein Wissen beweisen (Deduktion).

Aussage Kants:
Verstand/Wissen kann nicht gleichzeitig (“parallel”) Ausgangspunkt und Ziel einer Reihe von logischen Schlussfolgerungen sein ( = Paralogismus).

> Dialektik ist eine “Logik des Scheins” :
Widersprüchliche Annahmen können diskutiert,
unterschiedliche Positionen “diskutierend” begründet ,
die Widersprüche erklärt, aber nicht aufgelöst werden.

Tatsächlich ist das, was über die Erfahrung hinausgeht, nicht zu beweisen – auch nicht, wenn es “logisch” zu sein scheint. Ziel der transzendentalen (vor der Erfahrung liegende Bedingung der “Möglichkeit”, eine Erfahrung zu machen) Dialektik ist es, diese “Scheinlogik” aufzudecken – und Sachverhalte aufzuzeigen, die nicht empirisch, sondern nur transzendental erfahrbar und zu erkennen sind.

z.B. die Frage nach der “Person” :
Aus der Erfahrung, dass ich Raum und Zeit wahrnehme,
kann ich schließen, dass es ein ICH gibt, das wahrnimmt.
Aufgrund der Erfahrung, dass ICH MICH wahrnehmen kann,
nehme ich an, dass es ein ICH gibt, das MICH wahrnimmt.
Die Existenz dieses ICHes kann ich nicht beweisen
- sie wäre aber die “Bedingung für die Möglichkeit”, dass ich mich selbst wahrnehme

= transzendentales Ich

Es gibt eine “logische Einheit” ICH, aber ich kann nichts sicheres über diese “Einheit” sagen, weil das transzendentale ICH ein Teil dieser Einheit ist, und das ist ja nun halt nicht erfahrbar…> keine Aussage über “Substanz” des Ichs, keine Aussage über die Substanz des Verstandes > keine Aussage über die Zuverlässigkeit dessen, was der Verstand so an Erkenntnis produziert > gegen reinen Rationalismus

Anzeige

Follow me