pat parelli

Viel Konzept für viel Geld: Pat Parelli

Vor Jahren hab ich das Buch mal gelesen…

Seit ein paar Wochen setze ich mich in Reitstunden und Beritt mit Parelli-Pferden und Parelli-Ideen auseinander:

“Hm. Gar nicht so schlecht. Gut erzogene Pferde, sehr angenehm im Umgang, weichen brav aus, folgen aufmerksam…”

Ich habe das Konzept schätzen gelernt.

Jetzt komme ich in der Arbeit mit den betreffenden Pferden den vom Besitzer nicht lösbaren “Knoten”  immer näher.  Die “Knoten” äußern sich dabei je nach PferdeCharakter zwar in unterschiedlichen Eigenarten, verbinden sich jedoch pferdeübergreifend in einem Element: Weglaufen vor und unter dem Reiter.

Nach Parelli scheint zu gelten:
“Mach dem Pferd das Weglaufen unangenehm und das Da-Bleiben angenehm.”

Das Prinzip funktioniert. Prima!

Zurück bleibt das seltsame Gefühl, dass das Pferd zwar tatsächlich nicht mehr wegläuft – aber innerlich weiterhin jederzeit fluchtbereit ist.

Und mir stellt sich die Frage, wie zuverlässig dieser  Gehorsam wohl ist, der “rational” auf der Abschätzung des “kleineren Übels” basiert?
Was passiert in Situationen, in denen ich dem “kleineren Übel” kein effektiv “größeres Übel” entgegensetzen kann – wenn statt “mechanischem Gehorsam aus Gewohnheit” mal “freiwilliger Gehorsam aus Überzeugung” gefragt ist?

Kopschüttelnd bis leicht missbilligend reagiert der überzeugte “Natural Horseman” auf meine Bedenken:
“Aber er macht das doch brav!” -

…und sieht nicht durch das Konzept hindurch aufs oder gar ins Pferd. Gefangen in den einzelnen, brav ausgeführten Übungen hat er keinen Blick für die “innere Einstellung” des Pferdes.

Zu viel (falsch verstandenes?) Konzept – zu wenig Pferd.

Links zum Thema “Pat Parelli – Natural Horsemanship”

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